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TechniSat: Entlassungen in Staßfurt

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TechniSat Produktionsstandort in Staßfurt

(Bild: TechniSat)

Unterhaltungselektronik-Hersteller TechniSat will an seinem Produktionsstandort Staßfurt bei Magdeburg voraussichtlich 64 von 264 Stellen streichen, bestätigte Pressesprecher Jörg Wollscheid gegenüber heise online. Diese Zahl könne aber unter Umständen kleiner ausfallen. Die zuvor von der regionalen Tageszeitung Volksstimme gemeldete Zahl von 100 Entlassungen wurde mittlerweile von TechniSat-Marketingleiter Tyrone Winbush nach unten korrigiert.

Einigen der betroffenen Mitarbeiter soll laut Bericht die Möglichkeit zur Anstellung an anderen TechniSat-Standorten geboten werden. "Wie viele Mitarbeiter dieses Angebot erhalten und wer es annimmt, kann ich aber zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen", ergänzte Winbush gegenüber der Zeitung.

Der Hersteller begründet die Entlassungen mit einer negative Absatzentwicklung im TV-Segment. TechniSat wolle weiterhin wettbewerbsfähig bleiben. Seit Mitte 2011 die Welthandelsorganisation (WTO) die 2004 von der EU wiedereingeführten Zölle auf LCD-Bildschirme und Set-Top-Boxen untersagt hat, bereitet es TechniSat Schwierigkeiten, mit dem Preisniveau der Konkurrenz – vor allem aus Fernost – zu konkurrieren. Das größte Problem ist laut Winbush der Wegfall dieser 14-prozentigen Einfuhrzölle. Der Konzern wolle aber am Standort in Sachsen-Anhalt festhalten. "In Staßfurt steht das für uns wichtigste Werk." Ob dies auch langfristig so bleibt, wolle man Mitte 2013 erneut prüfen.

Der Hersteller hatte im Mai 1998 die ehemaligen Produktionsanlagen der RFT (Rundfunk- und Fernmeldetechnik) erworben und modernisiert. Insgesamt hat das Unternehmen mehr als 20 Millionen Euro investiert. Am Standort Staßfurt werden hauptsächlich Digitalfernseher und Receiver hergestellt. TechniSat produziert und entwickelt an 13 Standorten in Deutschland und der EU mit insgesamt 2500 Mitarbeitern. Hierzulande betreibt das Unternehmen außer Staßfurt noch die Produktionswerke in Schöneck/Vogtland und Dippach/Eisenach. Dort werden Produkte des Geschäftsbereiches Automotive, zum Beispiel Autoradios und Navigationssysteme, hergestellt. (mame)