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Technische Probleme und schwache Nachfrage: Cisco schwächelt

Ohne Cisco geht im Internet eigentlich kaum etwas. Doch derzeit leidet der Netzwerkausrüster unter schwacher Nachfrage. Und Cisco hat zudem technische Probleme.

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Weltweit führender Netzwerkausrüster, wie sich Cisco gerne selbst bezeichnet – und dann eine schwächere Nachfrage und fehlerhafte Produkte? Vor einiger Zeit war es noch kaum vorstellbar, dass sich Cisco mit solchen Argumenten für seine Bilanzen entschuldigen musste. Nun aber passiert genau das: Cisco hat in seinem zweiten Geschäftsquartal einen Umsatzrückgang um 8 Prozent auf 11,2 Milliarden Dollar verzeichnet. Der Gewinn halbierte sich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf 1,4 Milliarden Dollar

Cisco musste alleine 655 Millionen Dollar vor Steuern zur Seite legen für die "Beseitigung von Problemen mit Speicherkomponenten in bestimmten Produkten, die in den vorherigen Geschäftsjahren verkauft wurden." Aber selbst unter Ausschluss dieser Rückstellungen ist der Nettogewinn um 7,4 Prozent gesunken.

Schon im Vorquartal hatte sich die Nachfrage besonders aus den Schwellenländern abgeflacht. Mit ein Grund dafür waren die Enthüllungen über die Spitzeleien des US-Geheimdiensts NSA. Insbesondere die chinesischen Kunden misstrauten der US-Technik von Cisco. In China sitzen mit Huawei oder ZTE überdies starke Rivalen. Deren Netzwerk-Technik ist wiederum in den USA verpönt wegen Sicherheitsbedenken.

Cisco-Chef John Chambers gab sich angesichts der Resultate schmallippig: "Wir haben die Resultate erreicht, die wir für dieses Quartal erwarteten." Immerhin sei er "erfreut über die Fortschritte, die wir beim technologischen Wandel bei Cloud, mobilen Anwendungen, Sicherheit und Video gemacht haben".

So erfreut zeigten sich die Investoren aber nicht: Im nachbörslichen Handel nach Vorlage der Geschäftszahlen am Mittwochabend ging der Kurs der Cisco-Aktie um über 4 Prozent zurück. (jk)