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Teilchenbeschleuniger LHC: 300 Terabyte Forschungsdaten freigegeben

Am weltgrößten Teilchenbeschleuniger in Genf werden immense Mengen an Daten gesammelt, um grundlegende Teilchenphysik betreiben zu können. Nun haben Forscher eines Detektors 300 Terabyte davon für die Öffentlichkeit freigegeben

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Teilchenbeschleuniger LHC: 300 Terabyte Forschungsdaten freigegeben

Der CMS-Detektor am LHC

(Bild: Maximilien Brice, CERN)

Die Wissenschaftler am Großdetektor CMS des Teilchenbeschleunigers LHC (Large Hadron Collider) des Europäischen Kernforschungszentrums CERN haben 300 Terabyte an gesammelten Daten für die Öffentlichkeit freigegeben. Bereits zum zweiten Mal werden damit immense Mengen von bei Teilchenkollisionen gesammelten Daten verfügbar und können von anderen Wissenschaftler genutzt werden. Enthalten sind den Forschern vom CMS (Compact-Muon-Solenoid-Experiment) zufolge sowohl Roh- als auch abgeleitete Daten, welche leichter analysiert werden können. Hinzu kommen die Simulationen, die von Teilchenphysikern verwendet werden, sowie Erklärungen, wie diese erstellt werden können.

Die Veröffentlichung entspreche der Selbstverpflichtung der Forscher, die Daten möglichst auch langfristig zu sichern. Die Vorteile seien aber auch abseits davon riesig. So könnten sie Studenten inspirieren und sogar bei deren Studium helfen. Bereits die letzte Veröffentlichung – von damals 27 Terabyte – habe konkrete Folgen gehabt, schreiben die Verantwortlichen. So hätten Wissenschaftler am Massachusetts Institute of Technology (MIT) eigene Analysen anhand der Daten betreiben können. Von Physikern in Deutschland wiederum seien die freigegebenen Daten dazu genutzt wurden, um veröffentlichte Ergebnisse zu überprüfen.

Der Large Hadron Collider (LHC) am CERN ist der weltweit größte Teilchenbeschleuniger und Grundlage für einige wissenschaftliche Erfolge, darunter vor allem der Nachweis des Higgs-Bosons. Inzwischen werden dort Protonen mit der nie zuvor erreichten Energie von 13 Teraelektronenvolt (TeV) aufeinander geschossen. In den angeschlossenen Großexperimenten ALICE, CMS, ATLAS und LHCb wird dann ganz genau analysiert, welche Teilchen bei diesen Kollisionen entstehen. Auf diese Weise gewinnen die Forscher neue Einblicke in die grundlegenden Eigenschaften unseres Universums und können das Standardmodell der Teilchenphysik überprüfen.

Lesen Sie dazu bei c't eine Reportage zu einem Besuch beim CERN sowie einen Überblick zum Neustart:

Ein Besuch beim CERN (18 Bilder)

Ein Besuch im CERN: Vor dem CERN erwartet uns das Denkmal "Wandering the Immeasurable", das dem wissenschaftlichen Fortschritt der Menschheit gewidmet ist.
(Bild: c't / Martin Holland)

(mho)