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Teilchenbeschleuniger LHC forscht wieder mit Rekordenergie

Im Winter fährt der größte Teilchenbeschleuniger der Welt regelmäßig herunter, um Wartungsarbeiten zu ermöglichen und dem Kanton Genf genug Strom übrig zu lassen. Diese Pause ist nun beendet und es werden wieder Protonenstrahlen kollidiert.

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 Large Hadron Collider

Blick in den Large Hadron Collider

(Bild: Dominguez, Danie, CERN )

Nach der alljährlichen Winterpause und einem unfreiwilligen Marderschaden hat der weltgrößte Teilchenbeschleuniger LHC nun wieder seine Arbeit aufgenommen. Wie das Europäische Kernforschungszentrum CERN mitteilte, kreisen nach einer mehrtägigen Vorbereitungszeit nun wieder Protonenstrahlen mit einer Energie von 6,5 Teraelektronenvolt (TeV) durch den Ring nahe Genf. Werden die zur Kollision gebracht, wird eine Schwerpunktsenergie von 13 TeV erreicht, so viel wie nirgendwo sonst auf der Welt. In diesem Jahr wollen die Forscher dann rund sechs mal so viele Forschungsdaten sammeln, wie im Vorjahr. Insgesamt soll der Large Hadron Collider nun sechs Monate Protonenstrahlen beschleunigen und den Einzelexperimenten zuführen, bevor dann noch für einen Monat Bleiionen folgen.

Wie die seit Anfang des Jahres amtierende neue CERN-Generaldirektorin Fabiola Gianotti anlässlich des Neustarts erklärt, sollen genauere Vermessungen des Higgs-Bosons und anderer bekannter Teilchen durchgeführt werden. Außerdem solle aber auch nach neuer Physik geforscht werden, mit einer größeren Wahrscheinlichkeit, etwas zu entdecken. 2015 habe man die Tür zu komplett neuen Energiemengen geöffnet, ergänzt der Forschungschef Eckhard Elsen: "Nun können wir damit beginnen, diese Landschaften ausführlich zu erforschen. Immerhin gebe es noch einige offene Fragen des Standardmodells der Teilchenphysik, beispielsweise in Bezug auf Antimaterie."

Vergangene Woche hatte ein Steinmarder den Zeitplan zum Wiederhochfahren des LHC nach der Winterpause (die unter anderem wegen des hohen Stromverbrauchs eingelegt wird) verzögert. Das Tier war in die Anlagen zur Stromversorgung eingedrungen und dort gestorben, woraufhin die Anlagen herunterfahren wurden. Die dadurch entstanden Probleme wurden nun behoben und die Forscher können sich nun wieder der Suche nach einer Erklärung für eine von ATLAS und CMS gemessene Resonanz widmen. Bei einer Energie von 750 GeV (Gigaelektronenvolt) wurden kürzlich mehr Photonenpaare gemessen als erwartet. Das deutet auf ein neues – dort nicht erwartetes – Teilchen hin und muss nun überprüft werden.

Erste Forschungskollisionen mit Rekordenergie im Jahr 2015 (9 Bilder)

Ein erster Schnappschuss aus ATLAS
(Bild: ATLAS)

(mho)