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Telefonanschlüsse: Telekom gibt Wettbewerbern mehr Zeit für IP-Migration

Auch die von Wettbewerbern verkauften Telefonanschlüsse im Telekom-Netz werden auf IP umgestellt. Dafür gibt es jetzt noch eine Verlängerung.

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(Bild: dpa, Federico Gambarini/Symbol)

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Die Telekom gibt ihren Wettbewerbern mehr Zeit bei der Umstellung von alten Telefonanschlüssen auf das Internet-Protokoll (IP). Darauf haben sie die Deutsche Telekom und der Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten (VATM) verständigt. Die Kunden, die noch nicht umgestellt wurden, haben nun noch bis Ende November Zeit, bevor ihre Anschluss abgeschaltet werden.

Die Telekom hat 2015 damit begonnen, ihre analogen Telefonanschlüsse und ISDN-Anschlüsse auf die digitale IP-Plattform zu übernehmen, was für die Privatkunden des Netzbetreibers bis zum Jahresende abgeschlossen sein soll. Bei den Wettbewerbern sind allerdings auch noch zahlreiche Kundenanschlüsse geschaltet, die noch nicht auf IP migriert wurden. Diese wollte die Telekom ursprünglich Ende September abschalten, jetzt bekommen die Wettbewerber zwei Monate mehr Zeit, ihre Kunden noch zu migrieren.

"Auf expliziten Kundenwunsch werden wir die konkret benannten Alt-Anschlüsse, die noch nicht migriert wurden, erst acht Wochen später zum 30.11.2019 abschalten und nicht, wie bislang kommuniziert, zum 30.09.2019", erklärt die Leiterin des Geschäftsbereiches Wholesale, Kerstin Baumgart, in einer Mitteilung der Telekom und des VATM. Beide Partner vertreten in der Regel gegenteilige Interessen, ziehen aber bei der IP-Migration gemeinsam an einem Strang.

"Alle Kunden wurden in der Vergangenheit mit großem Vorlauf von ihren Anbietern über den Wechsel in die All-IP-Welt informiert", erklärt VATM-Chef Jürgen Grützner. Trotzdem ist den betroffenen Kunden unter Umständen gar nicht bewusst, dass sie von der Umstellung im Netz der Telekom betroffen sind. "Einige Kunden sind die Migration noch nicht konsequent genug angegangen, was nun trotz des langen Vorlaufs in einigen Fällen zu Problemen führt", sagt Grützner. Die Unternehmen haben jetzt zwei Monate länger Zeit, die letzten Nachzügler noch einzusammeln.

Auch der Regulierer begrüßt die gemeinsamen Anstrengungen. "Es ist gut, dass die Telekom und ihre Wettbewerber bei der Umstellung eng zusammenarbeiten und den Dialog mit ihren Kunden zum Ende des Prozesses intensivieren“, meint Wilhelm Eschweiler, Vizepräsident der Bundesnetzagentur. Die Regulierungsbehörde hat den Umstellungsprozess von Beginn an begleitet und will sicherstellen, dass die Auswirkungen für die Kunden "so gering wie möglich" sind. (vbr)