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Telefonica Deutschland bleibt unter den Erwartungen

O2 investiert weiter in Netzausbau und Kundengewinnung. Die E-Plus-Übernahme lastet aber immer noch auf dem Ergebnis.

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(Bild: dpa, Lino Mirgeler)

Der Netzbetreiber Telefónica Deutschland (O2) hat zu Jahresbeginn weniger stark zugelegt als erwartet. Das um Sonder- und Regulierungseffekte bereinigte Betriebsergebnis machte zwar einen kräftigen Sprung von knapp 30 Prozent auf 528 Millionen Euro, der aber vor allem der geänderten Bilanzierung zuzuschreiben ist. Auf vergleichbarer Basis legte das operative Ergebnis um 1,0 Prozent zu und damit nur etwa halb so stark wie am Finanzmarkt erwartet.

Der Umsatz kletterte im ersten Quartal dank des deutlich gestiegenen Verkaufs von Smartphones um 0,7 Prozent auf 1,78 Milliarden Euro, teilte das Unternehmen am Donnerstag in München mit. Unterm Strich rutscht die Deutschlandtochter des spanischen Telefónica-Konzerns wieder tiefer in die roten Zahlen: Der Verlust wuchs von 82 Millionen Euro vor einem Jahr auf nun 107 Millionen Euro an.

Telefónica investiere wieder stärker in die Vermarktung und in künftiges Wachstum, hieß es zur Erklärung. Im Zuge der Integration der übernommenen E-Plus seien Abschreibungen schneller vorgenommen worden. Telefonica schreibt wegen hoher Abschreibungen auf Netze und den gezahlten Aufpreis für E-Plus seit der Übernahme 2014 nahezu durchgehend Verluste.

Die Anstrengungen des Konzerns zur Kundengewinnung schlagen sich im ersten Quartal in 306.000 neuen Anschlüssen nieder. Gleichzeitig verringerte sich die Abwanderungsrate bei O2-Kunden gegenüber dem Vorjahresquartal um 0,2 Prozentpunkte auf 1,3 Prozent.Telefónica gewann zudem 44.000 DSL-Endkundenanschlüsse hinzu, nachdem es im Vorjahreszeitraum noch 12.000 Anschlüsse verloren hatte.

Ende März zählte der Netzbetreiber 45,1 Millionen Mobilfunkanschlüsse und 49,4 Millionen Kundenanschlüsse insgesamt. Der Durchschnittsumsatz pro Kunde blieb mit 9,80 Euro stabil. Durch das Mobilfunknetz von Telefónica Deutschland flossen von Januar bis März 193.000 Terabyte an Daten und damit 53 Prozent mehr als noch im Vorjahreszeitraum.

Telefónica baut sein Mobilfunknetz weiter aus. In den ersten drei Monaten hat das Unternehmen eigenen Angaben zufolge mehr als 2200 neue LTE-Stationen errichtet beziehungsweise bestehende Sender erweitert. Bis zum Jahresende sollen 10.000 Funkanlagen aufgerüstet werden.

Telefónica steht unter Druck: Der Netzbetreiber muss bis zum Jahresende die Auflagen aus der Frequenzversteigerung von 2015 erfüllen und 98 Prozent der Haushalte versorgen – mit mindestens 50 Mbit/s an der Antenne. Medienberichten zufolge liegt Telefónica derzeit bei knapp 90 Prozent. (mit Material der dpa) / (vbr)