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Telefonica zieht die Notbremse

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Der spanische Telekommunikationskonzern Telefonica zieht angesichts der angespannten Lage auf dem Heimatmarkt die Notbremse und streicht seinen Aktionären die Dividende für dieses Jahr. Es werden auch keine eigenen Aktien zurückgekauft, wie das Unternehmen mitteilte.

Die Gesamtbezüge des Top-Managements werden um 30 und die der Verwaltungsräte um 20 Prozent gekürzt. Angesichts des extrem herausfordernden Umfelds sei der Verzicht auf Dividende und Aktienrückkauf als einmalige Maßnahme im besten Interesse aller Anteilseigner.

Vor allem im Heimatmarkt Spanien und einigen anderen europäischen Ländern sah es zuletzt besonders düster für Telefonica aus. Hingegen hätten die Märkte in Lateinamerika und Deutschland die Ergebnisse aufgebessert. Der Umsatz legte im zweiten Quartal im Jahresvergleich nur um 0,1 Prozent auf 15,47 Milliarden Euro zu, der Gewinn sank um 13,7 Prozent auf 1,33 Milliarden Euro.

Ursprünglich wollte Telefonica in diesem Jahr eine Dividende von 1,50 Euro zahlen. 2013 sollte die Ausschüttung mindestens stabil gehalten werden. Nun werden für das kommende Jahr 75 Cent je Anteilschein ausgeschüttet, das aber verteilt auf zwei Termine. Die Umsatzerwartung für das laufenden Jahr nahm der Telekom-Riese leicht zurück: Die Erlöse dürften mindestens unverändert ausfallen, hieß es nun. Zuvor hatte Telefonica ein Wachstum von mehr als einem Prozent angepeilt.

In Spanien, wo inzwischen jeder vierte ohne Job ist, fiel der Umsatz hingegen um 13 Prozent auf 3,82 Milliarden Euro. Das Ergebnis sackte um 14 Prozent auf 1,72 Milliarden Euro ab. Binnen eines Quartals sank die Zahl der Mobilfunk-Verträge um 12,5 Prozent auf 21,3 Millionen.

In Deutschland spricht Telefonica von einem "gesunden Wachstum". Bei O2 stieg die Zahl der Mobilfunk-Kunden um sechs Prozent auf 18,8 Millionen, die Gesamtzahl der Kunden bei Telefonica Deutschland (einschließlich DSL-Kunden) stieg um 5 Prozent auf 25,16 Millionen. Der Umsatz legte um 6,9 Prozent auf 1,295 Milliarden Euro zu. Das operative Ergebnis wuchs um 12 Prozent auf 333 Millionen Euro. (mit Material von dpa) / (jk)