Telefonieren mit Zeigefinger im Ohr

NTT DoCoMo hat ein Handy entwickelt, das ohne Hörer auskommt - Anruferstimmen werden als Schwingungen über Arm und Finger zum Hörkanal übertragen.

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Von
  • Dörte Saße

Wem Mobiltelefone heute noch zu groß sind, der könnte bald auf Armband und Zeigefinger zurückgreifen: Denn aus Japan kommt ein Handy-Prototyp, der ganz auf Hörer, Tastatur und sonstige Knöpfe verzichtet. Das Gerät namens "FingerWhisper", entwickelt im NTT DoCoMo-Konzern, wird wie ein Armband getragen und braucht des Nutzers Zeigefinger. Eine Vibrationseinheit überträgt die Stimme des Anrufers als mechanische Schwingungen auf das Gewebe und die Handknochen des Angerufenen. Dort wandern sie bis zur Fingerspitze, und steckt diese im Ohr, so leitet sie die Signale an den Hörkanal weiter. Fürs Antworten sitzt im Armband ein kleines Mikrofon, das sich durch die notwendige Armhaltung schon direkt vor dem Mund befindet.

Kommt ein Anruf, so vibriert das Gerät und wartet darauf, dass man Daumen und Zeigefinger kurz zusammenbringt und das Gespräch annimmt. Auf die gleiche Weise lässt sich das Gespräch später beenden oder ein neues beginnen. Das Wählen der Nummer funktioniert per Spracherkennung. Die Idee zum Finger-Fon soll der Ingenieur Masaaki Fukumoto vor Jahren auf einer Konferenz für tragbare Computer gehabt haben. Schon der erste Prototyp aus NTT DoCoMos Multimedia-Labs funktionierte gut, berichten die Forscher, die auch noch ganz andere Fallstudien zur Telekommunikation bereit halten.

Steuern ließ sich das erste Gerät, indem man mit den Fingern bestimmte Rhythmen auf das Armband klopfte. Inzwischen besitzt "FingerWhisper" eine Spracherkennung, um die Funktionen per Stimme zu bedienen. Möglicherweise kann es bereits 2005 auf den Markt kommen. Doch dazu muss auch noch das Verbraucherverhalten untersucht werden. Denn lange Telefonate schaffen lahme Arme, und schließlich ist ein Finger im Ohr auch nicht jedermanns Sache. (Dörte Saße) / (pmz)