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"Telefoniert nach Hause ": Wiki kümmert sich um Datenschnüffler unter anderem im trauten Heim

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Viele technische Geräte oder Software kontaktieren den Hersteller oder andere Unternehmen, ohne dass der Nutzer davon weiß oder dafür gesorgt hat. Um diese Produkte zu identifizieren, hat der Delmenhorster System- und Netzwerkadministrator Christian Drieling ein Wiki aufgesetzt und nun online gebracht. Allerdings mit Anlaufproblemen: Nachdem Drielings Projekt kurz im Weblog von Felix Leitner erwähnt wurde, ging der von ihm angemietete Server zwischenzeitlich arg in die Knie. Er will die Liste erweitern und ruft dazu zur Mitarbeit auf.

Interessierte Nutzer bittet Drieling, der Mitglied der Delmenhorster Piratenpartei ist, weitere Artikel zu erstellen, indem sie den Hersteller, den Gerätetyp und den Umstand angeben, unter dem das jeweilige Gerät den Hersteller oder andere kontaktiert. Weitere nützliche Informationen wären die Daten, die übermittelt werden, auf welchem Weg sie gesendet werden und wie sich das unterbinden lässt, am Gerät selbst oder in einer Firewall.

In dem Wiki sind bereits über 20 Produkte aufgelistet, die in irgendeiner Weise im Hintergrund "nach Hause telefonieren"; darunter steht auch das Motto der Website. Die Liste führt zum Beispiel Googles Web-Browser Chrome, unter anderem weil er nach einem automatischen Mechanismus Webseiten im Hintergrund komplett vorlädt und ausführt, wie es dort heißt. Ebenfalls enthalten sind Smart-TVs von LG, weil einige ihrer Geräte Informationen über Dateien auf angeschlossenen USB-Speichern abgreifen und auch gegen den Willen der Nutzer das Sehverhalten erfassen und weitersenden. Nach einem Firmware-Update sammeln die Geräte allerdings nicht mehr so viele Daten wie bisher.

Drieling sammelt Geld, um die Servermiete, Domainkosten, einen Rechtsanwalt oder Kaffee zu bezahlen, wie er selbst schreibt. Dazu hat er Spenden-Möglichkeiten über Paypal, Flattr und Bitcoin eingerichtet. (anw)

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