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Telegram-Nutzer können Nachrichten jederzeit löschen

Telegram gibt seinen Nutzern die volle Kontrolle: Jeder kann alle Nachrichten jederzeit löschen. Sie verschwinden dann auch von den Geräten anderer Nutzer.

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Geblitzdingst!

(Bild: Telegram )

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Der Messenger Telegram erlaubt seinen Nutzern, alle Nachrichten jederzeit zu löschen. Das können Geständnisse im betrunkenen Zustand an die Ex-Freundin sein oder Botschaften, die etwas missverständlich geraten sind. Zuvor hatten die Nutzer ein Zeitfenster von 48 Stunden, um Nachrichten "zurückzuholen" – dieses Limit ist nun Geschichte. Ab sofort können die Nutzer auch komplette Konversationen einfach löschen. Niemand kann diese dann mehr lesen, die Nachrichten verschwinden auch von den Geräten aller Empfänger. Die einzige Voraussetzung: Die betroffenen Nutzer müssen die aktuelle Version 5.5 installiert haben.

Mit der neuen Funktion will Telegram die Privatsphäre der User zurückholen. Viele Konversationen seien schließlich auf irgendwelchen Servern und in fremden Posteingängen gespeichert, gibt Telegram-Chef Pavel Durov zu bedenken. Die Nachrichten befinden sich damit außerhalb der Kontrolle der Nutzer, was durchaus gefährlich ist: "Eine alte Nachricht, die du bereits vergessen hast, kann aus dem Zusammenhang gerissen und Jahrzehnte später gegen dich verwendet werden", unkt Durov. Neu ist außerdem die Möglichkeit, Nachrichten anonym weiterzuleiten. Ist diese Funktion aktiviert, sieht der Empfänger der weitergeleiteten Nachricht nur einen "unklickbaren Namen" als Absender.

Die Entwickler haben außerdem die Emoji- und GIF-Suche verbessert und neue Sticker hinzugefügt. Die Suche sehe nun besser aus und finde mehr Katzen, versprechen die Telegram-Macher. Das Update für Android und iOS wird über die üblichen App-Stores verteilt. Ein Blog-Eintrag beschreibt die Neuerungen und Änderungen.

Telegram, das dem russischen Inlandsgeheimdienst FSB das Mitlesen von Nachrichten verweigerte, konnte jüngst von einem längeren Facebook-Ausfall profitieren: Als das soziale Netzwerk Mitte März länger nicht zu erreichen war, meldeten sich innerhalb von 24 Stunden drei Millionen neue Nutzer bei Telegram an. Neben Facebook waren auch Instagram, Facebook-Messenger und WhatsApp weltweit von Störungen betroffen. Ein Glücksfall für Telegram. "Wir bieten echte Privatsphäre und haben genügend Platz für alle", schrieb Telegram-Chef Durov am 14. März. (dbe)