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Telekom Austria: Markenumstellung auf "A1" belastet Quartalsergebnis

Spiralkabel

Das Festnetzgeschäft wächst wieder.

(Bild: gemeinfrei)

Abschreibungen von Markenwerten bescheren der A1 Telekom Austria Group einen Quartalsverlust. Die Abschreibungen belasten voraussichtlich auch nächstes Jahr noch das Ergebnis.

Im 4. Quartal 2017 konnte die A1 Telekom Austria Group (TAG) ihren Umsatz im Jahresabstand um 1,7 Prozent auf 1,13 Milliarden Euro erhöhen. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) ist um 4,8 Prozent auf 288,3 Millionen gestiegen. Das Betriebsergebnis drehte hingegen von 52,2 Millionen auf -20,1 Millionen Euro, das Nettoergebnis von 106,5 Millionen auf -11,6 Millionen Euro. Grund sind Abschreibungen auf Markenwerte im Ausmaß von 103,5 Millionen Euro.

Ende September hatte der Konzern mitgeteilt, die Hauptmarken in allen Konzernländern auf "A1" zu vereinheitlichen [1]. Der Wert der dann nicht mehr verwendeten lokalen Marken muss entsprechend abgeschrieben werden, was insgesamt 350 Millionen Euro ausmachen soll. Das belastet zwar nicht die Kasse, wohl aber das buchhalterische Nettoergebnis. Der Großteil war für das 4. Quartal 2017 sowie das laufende Quartal geplant.

Weißes Stück Plastik in Verpackung

Wer weiß noch, welchem Zweck dieses Fernsprech-Accessoire dient?

(Bild: Daniel AJ Sokolov)

Die Mobilfunk-Umsätze der TAG sind im 4. Quartal um 2,1 Prozent auf 525,1 Millionen Euro geschrumpft. Das liegt laut der Konzernmitteilung [2] an der Abschaffung des Endkunden-Roamings in der EU sowie an einem Rückgang des im Voraus zahlenden Kundenstocks (Prepaid).

Immerhin konnte der Verlust aus dem Verkauf von Endgeräten reduziert werden – die Einnahmen sind um 14 Prozent auf 161,5 Millionen Euro gestiegen, die Einkaufskosten um elf Prozent auf 183,9 Millionen Euro gesunken. Aufwärts geht es auch im Festnetzsegment, dessen Erlöse um 2,6 Prozent auf 415,1 Millionen Euro zugelegt haben. Ende 2017 hatte die TAG rund 20,7 Millionen Mobilfunkkunden und gut sechs Millionen Festnetzkunden. Beide Zahlen sind im Jahresabstand im Promillebereich gefallen.

In Österreich und Serbien konnte die TAG sowohl Umsatz als auch EBITDA und Betriebsergebnis verbessern. In Bulgarien stiegen Umsatz und EBITDA, der Quartalsverlust hat sich jedoch aufgrund der Abschreibung der Marke Mtel vervielfacht. In allen anderen berichteten Märkten (Kroatien, Mazedonien, Slowenien, Weißrussland) gingen die in Euro gemessenen Umsätze zurück, was teilweise auch für EBITDA und Betriebsergebnis gilt.

Im Gesamtjahr 2017 konnte die TAG den Umsatz um drei Prozent auf 4,383 Milliarden Euro steigern. Gleichzeitig wuchs das EBITDA um zwei Prozent auf 1,379 Milliarden Euro. Das Betriebsergebnis fiel unterdessen um 8,8 Prozent auf 443,9 Millionen Euro, das Nettoergebnis um 16,4 Prozent auf 345,5 Millionen Euro.

Zum Jahresende gab es in dem Konzern knapp 19.000 Arbeitsplätze (Vollzeitkräfte). Das sind gut vier Prozent mehr, als zwölf Monate davor.

"A1" wurde erstmals 1996 genutzt, und zwar als Produktmarke für das erste österreichische GSM-Netz, das zuvor E-Netz geheißen hatte. Daneben bestanden zunächst die analogen Netze C-Netz (NMT) und D-Netz (E-TACS) weiter. 15 Jahre später wurde A1 auch die Marke für das österreichische Festnetz. Vergangenen April wurde das slowenische Tochterunternehmen, vormals Si.mobil, ebenfalls in A1 umbenannt. Es war der Probelauf für die konzernweite Entschlackung der Markenfamilie.

(ds [4])


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[1] https://www.heise.de/meldung/Telekom-Austria-tauft-auch-auslaendische-Tochterfirmen-A1-3836740.html
[2] https://www.a1.group/de/ir/quartalsergebnisse
[3] https://www.heise.de/downloads/18/2/3/7/0/8/8/8/ergebnis-qu4-2017.pdf
[4] mailto:ds@heise.de