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Telekom Austria darf Konkurrenten eTel übernehmen

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Der österreichische Ex-Monopolist Telekom Austria darf die eTel Gruppe übernehmen – und damit Infrastruktur sowie Kunden von eTel Austria und einer schier endlosen Reihe ehemaliger Konkurrenten, die eTel nach und nach aufgekauft hat. Um einer Entscheidung des Kartellgerichts zuvorzukommen, haben sich Telekom und Bundeswettbewerbsbehörde außergerichtlich geeinigt.

Der Marktführer hat die Veräußerung eines eTel-Glasfaserrings zugesagt. Außerdem werden von eTel gehaltene Frequenznutzungsrechte im 26-GHz-Bereich (nutzbar für Wireless Local Loop beziehungsweise Richtfunkstrecken) der Republik zurückgegeben. Bei einer kürzlich erfolgten Versteigerung solcher Frequenzrechte hat die Telekom auf eine Teilnahme verzichtet, viele Frequenzpaketen haben gar keinen Abnehmer gefunden. Die genaue Liste von Verpflichtungen ist von der Bundeswettbewerbsbehörde noch nicht veröffentlicht worden.

Als "Desaster" bezeichnet Kurt Einzinger, Präsident der ISPA (Internet Service Provider Association Austria), das Ergebnis des Verfahrens. Die Telekom müsse nur geringwertige Dinge abgeben, die sie sowieso nicht brauche, und könne ihre Beherrschung des Breitbandmarkts weiter ausbauen. Wettbewerbs- und Kartellrecht seien in Österreich "schwach ausgeprägt" und würden "schlecht geprüft".

Die Marke eTel soll erhalten bleiben, ein Sonderkündigungsrecht für Kunden dürfte es nicht geben. Die Konkurrenten hoffen dennoch, dass möglichst viele eTel-Kunden bewusst einen alternativen Anbieter gewählt haben und bei nächster Gelegenheit wieder zu einem anderen Provider wechseln. Am österreichischen Markt bleiben nur zwei große überregionale Telekom-Konkurrenten: Tele2UTA und UPC/Inode. Letztere hat am Donnerstag ihren 400.000 Breitbandkunden begrüßt.

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(Daniel AJ Sokolov) / (jk)