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Telekom Austria will eTel kaufen

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Die Telekom Austria (TA) will für rund 90 Millionen Euro ihren drittgrößten Konkurrenten eTel Austria samt Schwestergesellschaften in Polen, der Slowakei, Tschechien und Ungarn erwerben. Nachdem entsprechende Gerüchte schon länger kursierten, wurde am heutigen Mittwoch der Abschluss des entsprechenden Kaufvertrages bekannt gegeben. Die wettbewerbsrechtliche Genehmigung steht allerdings noch aus.

ETel bietet Sprachtelefonie, Internetanschlüsse und Datendienste an und ist zudem in Österreich Reseller des Mobilfunk-Netzbetreibers One. Der Umsatz belief sich 2005 auf rund 100 Millionen Euro. Den Wert der Firmengruppe erhöhen Verlustvorträge von rund 170 Millionen Euro, die für die TA steuerschonend wirken. Zu den Kunden zählen vor allem Klein- und Mittelbetriebe, aber auch Privatkunden, sowie im Wholesale-Bereich andere Telekommunikationsanbieter.

In Österreich ist eTel vor allem durch eine lange Reihe von Übernahmen bekannt geworden. Über 40 Unternehmen aus der Telekommunikationsbranche sind in den vergangenen Jahren direkt oder indirekt in der eTel Austria aufgegangen, darunter der ISP EUnet (zwischenzeitlich als KNPQWest und Tiscali Austria bekannt), die European Telecom (eine Tochter der spanischen Telefonica), Callcenter, zahlreiche kleine und mittlere Internet-Service Provider und sogar ehemalige Pager-Netzbetreiber.

Bisheriger Eigentümer ist die irische eTel Group unter der Leitung von Bernard Somers. ETel-Austria-Chef Achim Kaspar war noch bis Ende November Präsident des Verbandes alternativer Telekommunikations-Netzbetreiber (VAT). Die Auswirkungen der Übernahme auf die österreichischen Telekommunikationsmärkte sind umstritten. Branchen-Insider rechnen insbesondere bei Internetzugängen mit einem Nachlassen des Wettbewerbs, glauben angesichts der bisherigen Arbeit der Kartellbehörden aber nicht an eine Untersagung der Übernahme.

Außer dem Ex-Monopolisten TA gibt es mit Tele2UTA und UPC/Inode künftig nur noch zwei andere bundesweit tätige Anbieter. Die TA erwartet keine wettbewerbsrechtlichen Auflagen und möchte eTel bereits im ersten Quartal 2007 konsolidieren. Die etwa 450 eTel-Mitarbeiter, 230 davon in Österreich, sollen übernommen werden. Die Marke soll vorerst erhalten bleiben. Den Kaufpreis finanziert die TA aus ihrem Cashflow. (Daniel AJ Sokolov) / (pmz)