Menü

Telekom-Chef ruft ver.di zur Rückkehr an Verhandlungstisch auf

Lesezeit: 3 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 130 Beiträge
Von

Telekom-Chef René Obermann hat die Gewerkschaft ver.di aufgefordert, in der Frage des umstrittenen Stellenumbaus an den Verhandlungstisch zurückzukehren. "Ein Streik nützt niemandem", sagte er heute bei der Vorlage der Quartalszahlen in Bonn. Statt kurzfristig auf die Wahrung von Besitzständen zu pochen, sollte ver.di gemeinsam mit dem Management langfristige Perspektiven für das Unternehmen und seine Mitarbeiter erarbeiten. Die Gewerkschaft will heute das Ergebnis der Urabstimmung über einen Arbeitskampf bei der Telekom bekannt geben.

Dabei wird unter den aufgerufenen 18.000 Mitarbeitern des Konzerns mit einer großen Zustimmung für einen Streik gerechnet. Die Beschäftigen wollen sich damit gegen die Auslagerung von 50.000 Arbeitsplätzen in Service-Gesellschaften zur Wehr setzen. "Die Beteiligung an der Urabstimmung war sehr hoch. Dies zeigt, wie wütend die Mitarbeiter sind", sagte Ver.di-Bundesvorstand Lothar Schröder auf Anfrage. Erstmals seit Privatisierung des Unternehmens vor zwölf Jahren droht nun ein Arbeitskampf beim Bonner Unternehmen. Bei einer ausreichenden Zustimmung zum Streik rechnet er mit einem Beginn der Arbeitsniederlegung bereits an diesem Freitag.

Nach weiteren Angaben von Obermann steht die Telekom im Festnetzgeschäft weiterhin unter einem hohen Reformdruck. "In diesem Land herrscht ein gnadenloser Preiskampf", sagte er zur Entwicklung der Geschäfte in den ersten drei Monaten 2007. So verringerte sich das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) um knapp 6 Prozent auf 4,7 Milliarden Euro. Der Konzernüberschuss halbierte sich sogar auf 0,5 Milliarden Euro.

Bei den traditionellen Festnetzanschlüssen erlitt die Telekom erneut einen herben Rückschlag: Das Unternehmen verlor über 588.000 Anschlüsse an die Konkurrenz. Im vergangenen Jahr hatten mehr als 2 Millionen Kunden der Telekom den Rücken gekehrt. Im Gegenzug gewann die Telekom im ersten Quartal aber 572.000 neue DSL-Kunden. Beim Umsatz erwirtschaftet der Konzern ein Plus von 4,1 Prozent auf 15,4 Milliarden.

Siehe dazu auch:

(dpa) / (anw)