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Telekom-Chef verzichtet auf zwei Monatsgehälter

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Der Vorstand der Deutschen Telekom wird sich am eingeschlagenen Sparkurs des Unternehmens durch Gehaltsverzicht beteiligen. Alle Mitglieder des Führungsgremiums würden ein Monatsgehalt weniger bekommen, kündigte die Telekom am heutigen Donnerstag auf der Hauptversammlung in Köln an. Bei Konzernchef René Obermann seien es zwei Monatsgehälter, was in etwa 200.000 Euro entspricht, berichtet dpa. Der Vorstand sei sich der schwierigen Lage in Bezug auf die Mitarbeiter bewusst und wolle seine Solidarität zum Ausdruck bringen, sagte der Telekom-Chef und forderte eine "noch ausgeprägtere Kultur des Verzichts" für den Konzern. Das gelte für alle Bereiche, "angefangen beim Vorstand".

Vor rund zwei Wochen hatte Obermann den Gehaltsverzicht des Top-Managements in einer TV-Sendung angekündigt, ohne näher auf die Details einzugehen. "Wir haben klargemacht, dass wir uns natürlich, so wie übrigens schon einmal vor zwei Jahren und wie in den letzten Jahren durch mehrere Nullrunden, jetzt auch durch Gehaltsverzicht solidarisch an der Aktion beteiligen", sagte der Telekom-Chef damals in der ZDF-Sendung "Maybrit Illner". Es gehe darum, das Unternehmen erfolgreich und wettbewerbsfähig zu machen.

Die Telekom will die Mitarbeiter in drei Gesellschaften unter dem Dachnamen T-Service auslagern und damit Kosten senken. Die Beschäftigten sollen nach dem letzten Angebot der Telekom in den mittlerweile gescheiterten Verhandlungen mit ver.di neun Prozent weniger Lohn erhalten und statt 34 künftig 38 Wochenstunden arbeiten. Im Gegenzug verspricht das Unternehmen einen Kündigungsschutz und Verkaufsverzicht der Service-Gesellschaften bis 2010. ver.di lehnt das Telekom-Angebot strikt ab; die Tarifkommission sprach sich dagegen aus und wird am morgigen Freitag die Ablehnung wohl auch formal beschließen. Dann stehen die Zeichen bei der Telekom auf Streik.

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