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Telekom-Chef will Kunden mit niedrigeren Preisen locken

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Die Deutsche Telekom will den Kundenschwund in Deutschland mit Preissenkungen und Pauschaltarifen stoppen. "Wir werden mit aggressiven Preis-, Produkt- und Servicemaßnahmen an den Markt gehen", kündigte Konzernchef Kai-Uwe Ricke in der Samstagausgabe der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" an. "Die Telekom wird nach der für den Herbst angekündigten neuen Tarifstruktur der führende Anbieter von Pauschalpreisen oder Flatrates in Europa sein."

So beabsichtigt man, ein Bündel aus Telefonanschluss und DSL, das den Internet-Zugang sowie alle Festnetzgespräche einschließt, für deutlich weniger als 40 Euro im Monat anzubieten. Beim Mobilfunk werde es Tarife geben, "in denen die durchschnittliche Mobilfunkminute weniger als 10 Cent kostet".

Die Telekom hatte nach einem Gewinnrückgang im zweiten Quartal die Jahresprognosen stark kappen müssen. Die Aktie brach daraufhin um 7,53 Prozent auf 11,17 Euro ein – das bedeutet den tiefsten Stand seit April 2003. In Deutschland verlor der Bonner Riese eine Million Festnetzkunden an die Mitbewerber. Man habe mit einem Minus von 750.000 Kunden gerechnet, sagte Ricke. "Wir sind mitten im Verdrängungswettbewerb." Er gehe kurzfristig von einer weiteren Verschärfung des Konkurrenzkampfes aus.

Bei den neuen Mobilfunktarifen gab Ricke einen weiteren Hinweis für eine mögliche Größenordnung. Die Telekom gehe davon aus, dass die Nutzung des Mobilfunks nach oben gehe, wenn die Mobilfunkpreise um zwei bis drei Cent über den Festnetzpreisen lägen, sagte er.

Nach den starken Kursverlusten für die Telekom-Aktie sei es seine Aufgabe, das Vertrauen der Investoren auf Grundlage der neuen Ausrichtung des Konzerns zurückzugewinnen, sagte Ricke. Er habe in den vergangenen Tagen nicht an einen Rücktritt gedacht – "weil ich beweisen will, dass meine Strategie aufgeht".

Nähere Angaben zu den geplanten weiteren Sparmaßnahmen machte der Telekom-Chef nicht. "Wir werden uns alle Budgets ansehen und dann schauen, ob sie der neuen Marktsituation noch gerecht werden." Davon seien Produktion und Informationstechnik ebenso betroffen wie Werbung, Vertrieb und auch die Investitionen. "Aber wir sparen uns nicht zu Tode." Die Frage nach einem möglichen weiteren Stellenabbau ließ Ricke offen. (dpa) / (ll)