Telekom-Datenschutzvorstand Balz weist Vorwürfe von sich

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Der von der Deutschen Telekom vor kurzem als Datenschutz-Vorstand eingesetzte Manfred Balz hat auf der heutigen Pressekonferenz des Unternehmens in Bonn der Darstellung der Wirtschaftswoche widersprochen, wonach er ein Gutachten bei einer Münchner Anwaltskanzlei in Auftrag gegeben habe, das Lauschangriffe gegen vermeintliche Hacker rechtfertigen sollte. Das Gutachten habe ihm sein Vorgänger auf den Tisch gelegt. Er habe den Fall anschließend durch zwei Juristen im Haus prüfen lassen, da er die Wertung, es habe sich um Notwehr gehandelt, nicht geteilt habe. Daraufhin sei der für die Netzssicherheit zuständige Manager versetzt worden. Außerdem habe er nicht nur den Vorstand, sondern auch die Aufsichtsbehörde, das damalige Bundespostministerium, hierüber informiert. Balz heute: "Dort gab es kritische Bemerkungen, aber keine weiterführende Aktionen."

Balz ist umstritten, da er bereits in seiner vorherigen Position als Chefjustiziar Kenntnis von diversen Vorfällen im Bereich von Datenschutz und Datensicherheit hatte. Balz war im April 1997 an die Spitze der Telekom-Rechtsabteilung gewechselt. Sein Vorgänger informierte ihn über die illegalen Lauschangriffe gegen vermeintliche Hacker, über die die Wirtschaftswoche Mitte 2008 berichtet hatte. Demnach hatte die Telekom nicht nur die Verbindungsdaten von Aufsichtsräten und Journalisten illegal ausgewertet, sondern sogar selbst Abhöraktionen angeordnet. Balz war die Person, an die die mit der Suche nach dem "Informationsleck" beauftragte Spezialfirma network.deutschland ihre Rechnungen faxte.

Siehe dazu auch:

(Christiane Schulzki-Haddouti) / (anw)