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Telekom: Spitzelaffäre bislang ohne Auswirkungen auf Geschäfte

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Die Spitzelaffäre bei der Deutschen Telekom hat bislang die Geschäfte des Unternehmens nicht negativ beeinflusst. "Wir haben in den beiden vergangenen Wochen keinen Kundenrückgang im DSL-Geschäft zu verzeichnen – ganz im Gegenteil", sagte der Festnetzchef des Unternehmens, Timotheus Höttges, heute auf einer internen Mitarbeiterveranstaltung mit dem Vorstand. Höttges räumte allerdings ein, dass durch die Bespitzelungsaffäre die Kunden verunsichert seien. Jetzt gehe es darum, das schlechte Image der Telekom abzubauen und Vertrauen zurückzugewinnen.

Konzernchef René Obermann kündigte vor rund 1000 Mitarbeitern der Telekom erneut eine schnelle und allumfassende Aufklärung in der Affäre an. "Wir alle stehen dafür, dass das Unternehmen nach Recht und Gesetz handelt." Die Ereignisse seien nicht nur ärgerlich, sondern sie "machen mich sauer", weil alle Anstrengungen, die Telekom wieder auf Kurs zu bringen, konterkariert würden. Aufarbeiten und Konsequenzen ziehen, heiße jetzt die Devise, betonte Obermann. Die Weitergabe von Firmeninterna sei kein Kavaliersdelikt, meinte er weiter. Aber das rechtfertige nicht den Einsatz von illegalen Mitteln.

Die Bonner Staatsanwaltschaft hatte in der vergangenen Woche Ermittlungen unter anderem gegen den früheren Vorstandschef Kai-Uwe Ricke und den Ex-Aufsichtsratsvorsitzenden, Klaus Zumwinkel, eingeleitet. Während deren Amtszeit sollen Verbindungsdaten von Managern, Aufsichtsräten und Journalisten überprüft worden sein, um undichte Stellen innerhalb des Unternehmens herauszufinden. Unklar ist, wer den Auftrag dazu erteilt hatte. Die Telekom hatte Mitte Mai bereits Strafanzeige erstattet.

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(dpa) / (anw)