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Telekom baut hunderte Stellen im Digitalbereich ab

Eine Umstrukturierung im Unternehmensbereich Digital Business Unit führt zu Verschiebungen im Konzern und dem Wegfall "einiger hundert Stellen". Mitarbeiter bekommen Abfindungsangebote.

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Die Deutsche Telekom plant eine Umstrukturierung im Innovationsbereich und richtet die Digital Business Unit neu aus. Dies führt auch zum Wegfall und konzerninterner Verschiebung von Arbeitsplätzen. In der Digital Business Unit arbeiten zurzeit rund 4000 Mitarbeiter. Nach heutigem Stand sollen bis 2018 "einige hundert Stellen" wegfallen, bestätigte eine Konzernsprecherin gegenüber heise online.

Tim Höttges will mit der Telekom die besten Netze bauen.

(Bild: dpa)

Betroffen sind zum einen Entwickler, aber auch Mitarbeiter der Verwaltung im Bereich Personal und Finanzen. Nach Informationen von heise online macht das Unternehmen den Mitarbeitern der T-Labs attraktive Auflösungsangebote mit Abfindungen, die bis zu zwei Jahresgehälter betragen können. Derzeit laufen die Verhandlungen mit den Mitarbeitern und dem Betriebsrat. Es gebe aber noch keinen konkreten Plan, in welchem Ausmaß die Standorte in Berlin, Bonn, Darmstadt und London betroffen sind, sagt die Telekom. Kein Standort solle geschlossen werden.

Hintergrund sei eine "konsequente Umsetzung der Konzernstrategie", erläutert die Sprecherin, "zum einen mehr Innovation durch Partnering und zum anderen mehr Marktnähe". So werde der Bereich "Fernsehen" aus dem Innovationsbereich in den Deutschlandbereich verlagert, da das Produkt längst marktreif ist. Auch werde man künftig noch stärker auf Partnerschaften setzen, wie sie die Telekom zum Beispiel mit Spotify, Evernote, Amazon (FirePhone) oder China Mobile pflegt.

Telekom-Chef Timotheus Höttges nimmt damit Abstand von der Strategie seines Vorgängers René Obermann, der bis 2015 rund 30 Milliarden Euro Umsatz mit eigenen digitalen Angeboten wie dem Musikdienst Musicload erzielen wollte. Dafür verlagert sich die eigene Forschungs- und Entwicklungsarbeit in den Bereich der Netze. Höttges' Ziel ist es, die besten Netze in Europa zu haben.

Den Bereich Maschine-zu-Maschine-Kommunikation will das Unternehmen entsprechend intensiver verfolgen. Das Thema erhalte für immer mehr Branchen Bedeutung, erklärte die Sprecherin. Dazu gehöre auch das "Internet der Dinge" sowie das Thema "Wearables", das die Telekom derzeit mit smarten Uhren und Brillen, einem intelligenten Fahrrad mit eCall-Funktion oder einer mobilen Lösung namens PaketButler für die Paketannahme an der Wohnungstür verbindet. (vbr)

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