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Telekom hat angeblich falsch abgerechnet

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Die Deutsche Telekom hat sich anscheinend arg verrechnet. Laut einem Bericht des Spiegel habe das Bonner Unternehmen der Meckenheimer Einkaufsgemeinschaft Communitel über zwei Jahre hinweg unzählige falsche und überhöhte Rechnungen gestellt. Die Rechnungen der Jahre 2000 und 2001 seien durchschnittlich um 46 Prozent zu hoch, behauptet laut dem Bericht Communitel-Präsident Bernd Stötzel. Das Gesamtvolumen betrage 27 Millionen Mark.

Ein Team von 13 Experten habe über zwei Jahre die von der Telekom elektronisch übermittelten Rechnungen auseinandergenommen. Dabei habe sich herausgestellt, dass Fehler selbst bei einfachen Additionen auftauchen -- und immer zu Gunsten der Telekom. Communitel ist kein Service-Provider, sondern eine Interessengemeinschaft, die für ihre Mitglieder günstigere Konditionen aushandelt. Der Verein ruft auf seiner Homepage unter dem Motto "1+1=3, die Rechenkünste der Telekom" Kunden der Telekom auf, ab morgen 14.00 Uhr eigene Erfahrungsberichte abzuliefern. Communitel ist einer größten Kunden der Telekom.

Die Telekom räumt laut Spiegel zahlreiche Falsch- und Doppelabrechnungen für Communitel ein. Es handele sich aber um einen "bedauerlichen Einzelfall" mit einer geringeren Fehlerquote als von Stötzel genannt. Telekom-Sprecher Stefan Broszio bestätigte zwar, dass es falsche Rechnungen gegeben habe, bezeichnete aber die genannte Größenordnung als "absurd". Außerdem handele es sich um einen Einzelfall. Bei monatlich 40 Millionen Abrechnungen liege die Zahl der Beschwerden gegenwärtig im Promille-Bereich. Zu den Problemen mit communitel sei es deshalb gekommen, weil der Anbieter auf Basis eines bestimmten Geschäftskunden-Tarifs, der nur bis zu 1000 Anschlüssen praktikabel sei, ein Wiederverkäufer-Modell aufgesetzt habe.

Im April stellte communitel die Zahlungen an die Telekom ein. Nach weiteren Angaben des Sprechers soll sich inzwischen ein zweistelliger Millionenbetrag angehäuft haben. Gegen Communitel hat die Telekom inzwischen Klage eingereicht und wird ihre Leitungen zum Jahresende kappen. (anw)

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