Telekom will 23 Prozent mehr für "letzte Meile"

Die Konkurrenten der Deutschen Telekom sollen nach dem Willen des Unternehmens künftig 12,90 Euro statt wie bisher 10,50 Euro pro Monat für die Anmietung einer Teilnehmeranschlussleitung bezahlen. Die Kosten seien gestiegen, heißt es bei der Telekom.

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  • Peter-Michael Ziegler

Die Konkurrenten der Deutschen Telekom sollen nach dem Willen des Unternehmens künftig für die "letzte Meile" mehr Geld bezahlen. Die Gebühr für die Teilnehmeranschlussleitung (TAL) solle zum 1. April von jetzt 10,50 Euro auf 12,90 Euro pro Monat angehoben werden, teilte die Telekom am heutigen Dienstag in Bonn mit. Dieses Entgelt solle bis 2014 gelten. Einen entsprechenden Antrag habe der Konzern bei der Bundesnetzagentur gestellt, die über den Gebührensatz entscheiden muss.

Als Begründung für die Erhöhung um fast 23 Prozent gibt die Telekom an, dass die "Kosten pro Anschluss gestiegen" seien. Erhöht hätten sich die Anschlusskosten durch "die anhaltenden Verluste von Festnetzanschlüssen an Mobilfunk- und Kabelnetzbetreiber", erklärte T-Home-Vorstand Timotheus Höttges. Außerdem mache die Telekom "die Kosten für den sozialverträglichen Personalumbau geltend". Überdies solle die Bundesnetzagentur die Kosten für Zinsen und Abschreibungen stärker als bisher anerkennen.

"Auf der anderen Seite brauchen wir dringend Anreize für weitere Infrastrukturinvestitionen", sagte Höttges. "Ein zu niedriges TAL- Entgelt entwertet aber die Investitionen der Deutschen Telekom und auch der anderen Netzbetreiber, die beispielsweise in Kabelnetze oder in Glasfaserausbau bis zum Kunden investieren." Deshalb solle die Netzagentur höhere Entgelte festlegen und durch einen längeren Genehmigungszeitraum für Planungs- und Investitionssicherheit im Markt sorgen, forderte er. In der Vergangenheit wurden die TAL-Entgelte meistens nur für zwei Jahre genehmigt.

Der Bundesverband Breitbandkommunikation (BREKO), in dem Konkurrenzunternehmen der Telekom organisiert sind, sprach sich dagegen für eine Senkung des TAL-Entgelts aus. "Die Absenkung des TAL-Entgelts ist eine wichtige Voraussetzung, um Investitionen in die Netze der nächsten Generation zu ermöglichen", teilte BREKO-Geschäftsführer Rainer Lüddemann mit. Regulierung, Wettbewerb und Breitbandausbau seien keine Gegensätze, sondern gehörten zusammen. (pmz)