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Telekom will Geld von Webanbietern

In den USA ist die Diskussion um die Netzneutralität bereits voll entbrannt. Auch hierzulande weckt die Vorstellung, von einem zusätzlichen Vertragspartner Entgelte kassieren zu können, offensichtlich die Begehrlichkeit der Netzbetreiber. Telekom-Vorstandsvorsitzender Kai-Uwe Ricke plädierte in einem Interview mit der Wirtschaftswoche dafür, auch die Webanbieter wie eBay, Amazon, Google und Yahoo zur Kasse bitten zu können: "Es kann nicht sein, dass nur der Kunde über das monatliche Grundentgelt für diese schöne neue Welt bezahlt. Auch alle Webunternehmen, die Infrastrukturen für ihr Geschäft nutzen, sollten dann ihren Beitrag leisten."

Ricke stellt sich ein nach Qualität der Dienstleistung gestaffeltes Kostenmodell vor, eine generelle Maut für die Infrastruktur sei nicht geplant. Ricke droht mit einem verzögerten Ausbau der Infrastruktur: "Wenn die Kunden nicht bereit sind, zu zahlen und Google & Co. nicht bereit sind, zu zahlen – dann kann es keine Autobahnen geben". Die Regeln der Neunzigerjahre seien in einer völlig neuen Welt fehl am Platz.

Parallel dazu fordert die Telekom, für eine gewisse Zeit eine Ausnahme von den regulatorischen Vorgaben der Bundesnetzagentur für ihr geplantes VDSL-Netz zu genehmigen. Die Telekom will also ohne Auflagen entscheiden können, ob und mit wem sie in diesem Bereich kooperiert, nicht nur auf der Zugangs-, sondern auch auf der Inhalteseite.

Die Webanbieter warnen, solche zusätzlichen dienstespezifischen Abgaben könnten das Prinzip gefährden, das das Internet erst zum Erfolg gemacht habe. Der VoIP-Anbieter Vonage wies bei einer Anhörung in einem Ausschuss des US-Senats darauf hin, dass die Netzbetreiber bereits jetzt nicht nur von ihren Kunden, sondern auch von den Diensteanbietern bezahlt würden.

Zur Auseinandersetzung um das geplante VDSL-Netz der Deutschen Telekom siehe auch: (uma)

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