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Telesens macht Tochterfirmen dicht

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Die Krise beim Kölner TK-Abrechnungsspezialisten TelesensKSCL kostet insgesamt 360 Mitarbeiter den Job. Vor allem die zugekauften Tochterunternehmen sind von den Streichungen betroffen. Der Großteil geht mit der Einstellung des operativen Geschäfts bei der Kasseler Softwareschmiede SBK sowie der Münchner CyberSolutions verloren.

SBK gehört seit Anfang 2001 zur Telesens-Gruppe und ist auf die Entwicklung so genannter Billingsoftware spezialisiert. Mit der Programmierung sollen künftig Fremdfirmen betraut werden. CyberSolutions wurde im März 2000 in den Konzern eingegliedert und hatte Billingsysteme für IP-basierte Netze entwickelt. Den 170 SBK-Mitarbeitern ist nach Angaben von Telesens-Sprecherin Sandra Wagner zum 15. Juli gekündigt worden. In München erhielten die 28 Mitarbeiter der CyberSolutions das Kündigungsschreiben ebenfalls mit dem Stichtag 15. Juli. In der Kölner Konzernzentrale sollen insgesamt 28 Mitarbeiter ihre Schreibtische räumen. Die restlichen Kündigungen beträfen Mitarbeiter der schottischen Tochter KSCL, sagte Wagner. Den schottischen Mobilfunkabrechner KSCL hatte Telesens im vergangenen Jahr übernommen. Sozialpläne soll es dem Vernehmen nach in keinem der betroffenen Betriebe geben.

Der Spezialist für Systeme der Abrechnung von Sprach- und Breitband-Telekommunikations-Dienstleistungen Telesens hat sich inzwischen ein umfangreiches Kostensparprogramm verordnet und angekündigt, dass mehrere Entwicklungsbereiche des Unternehmens zentralisiert würden. Wegen eines stark hinter den Erwartungen zurück gebliebenen zweiten Quartals habe man auch die Umsatz- und Ergebnisplanung angepasst. Man erwarte gegenüber dem Vorjahr eine Umsatzsteigerung von 185 bis 190 Prozent auf nunmehr 120 bis 125 Millionen Euro. Das Ergebnis vor Steuern und Abschreibungen (EBITDA) werde im Geschäftsjahr 2001 ausgeglichen ausfallen, hieß es. Als Grund für die Einsparungen nannte die seit März am Neuen Markt notierte Telesens die weltweit negative Entwicklung des Telekommunikationsmarktes sowie das durch Akquisitionen erreichte starke Wachstum der Gruppe. (pmz)

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