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Terror-Videos: Facebook und Youtube müssen Rechenschaft ablegen

Videos eines neuseeländischen Terrorangriffs kursierten auf populären Plattformen. Der US-Kongress fordert Auskunft von Facebook, Microsoft, Twitter & Youtube.

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(Bild: gemeinfrei)

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Der Attentäter von Christchurch hatte seinen Terroranschlag live über Facebook gestreamt. Spektakuläre Videos von Massentötungen können Nachahmungstäter motivieren. Nach dem Attentat wurden Aufzeichnungen tausendfach wieder und wieder auf populäre Plattformen hochgeladen. Zu oft schafften es die Betreiber nicht, leicht veränderte Videos automatisch zu filtern. Nun sollen sich die Chefs von Facebook, Microsoft, Twitter und Youtube nächsten Mittwoch vor dem Ausschuss für Heimatsicherheit des US-Unterhauses erklären.

Dazu hat sie der Ausschussvorsitzende Bennie G. Thompson in einem Brief aufgefordert. Die vier Konzerne haben im Juni 2017 das Global Internet Forum to Counter Terrorism gegründet. Auf dessen Webseite rühmt sich Facebook, einen hohen Anteil gelöschter IS-Videos automatisch zu erkennen. Thompson vermisst allerdings Angaben über die Unterdrückung von Material anderer Gewalttäter, darunter Rechtsextreme.

Der Demokraten-Politiker kritisiert insbesondere den mangelnden Erfolg bei der Unterdrückung der Christchurch-Videos: "Sie müssen besser werden", schreibt Thompson, "Ihre Firmen müssen der Reaktion auf diese giftigen und gewalttätigen Ideologien Vorrang einräumen und ihr Ressourcen und Aufmerksamkeit widmen. Sollten Sie dazu nicht bereit sein, muss der US-Kongress Regeln in Betracht ziehen, die sicherstellen, dass Terroristen-Inhalte nicht über ihre Plattformen verbreitet werden." Man werde sich dann Beispiele aus anderen Ländern ansehen, droht Thompson mit staatlicher Zensur.

(ds)