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Telepolis

Terroralarm in Großbritannien

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Nach der Festnahme von 20 verdächtigen Personen, die Anschläge auf Flugzeuge planten, hat das britische Anti-Terror-Zentrum in London die höchste Alarmstufe "critical" ausgegeben. Zu dieser Maßnahme gehören veränderte Beförderungsbedingungen beim Handgepäck und erhöhte Sicherheitsmaßnahmen beim Einchecken der Flugpassagiere. Bis auf weiteres sind auf allen Flughäfen in Großbritannien die Mitnahme und Einfuhr von Laptops, PDAs, MP3-Spielern, Kameras und Handys im Handgepäck verboten. Im Handgepäck dürfen sich außerdem keine Autoschlüssel befinden, die eine Fernbedienung besitzen und damit womöglich als Zünder einer Bombe fungieren können. Alle technischen Geräte müssen mit dem normalen Reisegepäck aufgegeben werden, die Mitnahme jeglicher Art von Flüssigkeit ist verboten (die Einschränkung gilt auch für flüssige Medikamente, Babymilch muss vor den Augen der Sicherheitsbeamten von den Eltern getrunken werden).

Aus diesem Grund hat die Lufthansa alle Flüge nach London bis 14:00 gestrichen. Air Berlin und Ryanair haben ebenfalls vorerst alle Flüge nach London abgesagt. Sollten Flüge stattfinden, werden Eincheckzeiten von mehreren Stunden erwartet.

Wie die Lage auf den englischen Flughäfen aussieht, ist unklar. Die Webseiten der direkt betroffenen Londoner Flughäfen Stansted, Heathrow und Gatwick sind derzeit aufgrund der hohen Last durch den Besucheransturm nach der Terrorwarnung nicht erreichbar, die Website der Flughafenbetreibergesellschaft BAA funktioniert nur eingeschränkt.

Der Terroralarm wurde nach einer Razzia in der Londoner Innenstadt ausgerufen. Bei dieser Razzia seien Schuhbomben und speziell für das Handgepäck konstruierte Bomben gefunden worden, wie Scotland Yard per E-Mail mitteilte, 21 Personen seien verhaftet worden. Die Bomben hätten laut den neuesten Angaben der britischen Polizeibehörde in sechs Linienflüge geschmuggelt werden sollen, die allesamt das Ziel USA hatten. Dementsprechend stehen alle Transatlantikflüge in die USA unter verschärfter Beobachtung.

Der stellvertretende Vorsitzende der Unions-Fraktion im Bundestag, Wolfgang Bosbach (CDU), forderte derweil gegenüber der Netzeitung Konsequenzen für die Sicherheit im Flugverkehr: "Wir müssen schnell anhand der Erkenntnisse der englischen Sicherheitsbehörden unser Sicherheitskonzept im Flugverkehr überprüfen." (Detlef Borchers) / (jk)