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Terroranschlag in El Paso: Erneut Ankündigung auf 8chan, Forum geht offline

Zum dritten Mal ist ein Massaker mit mehreren Toten in dem Messageboard 8chan angekündigt worden. Cloudflare kündigte seinen Vertrag mit den Betreibern.

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(Bild: Ilkin Zeferli / shutterstock.com)

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Das Massaker vom Wochenende in El Paso ist offenbar bereits das dritte in diesem Jahr, das vorab in dem anonymen Forum 8chan angekündigt wurde. Ein 21-Jähriger wird verdächtigt, in der US-Grenzstadt zu Mexiko in einem Einkaufszentrum 20 Menschen erschossen zu haben – 8chan rückt nach den Vorgängen weiter in den Fokus der öffentlichen Aufmerksamkeit.

Während US-Politiker aber einmal mehr ihre immer gleichen Erklärungsversuche für solch ein Verbrechen wiederholen, hat nun Cloudflare reagiert: Der US-Konzern kündigte an, 8chan zu kündigen und damit nicht mehr vor DDoS-Attacken zu schützen.

Pünktlich um Mitternacht Pacific Time (9 Uhr MESZ) beendete Cloudflare seinen Vertrag mit den Betreibern von 8chan; kurz darauf ging die Seite offline. Vorher hatte Cloudflare-CEO Matthew Prince erklärt, 8chan habe sich als gesetzlos erwiesen und diese Gesetzeslosigkeit habe tragische Tode zur Folge gehabt. Auch wenn die Seite vielleicht nicht gegen die Buchstaben des Gesetzes verstoßen habe, sei dort eine Gemeinschaft geschaffen worden, die es feiert, deren Geist zu verletzen. Prince beteuert auch, dass es hier nicht um die Meinungsfreiheit gehe: Cloudflare sei nicht verpflichtet, mit jedem Geschäfte zu machen. Gleichzeitig geht er nicht davon aus, dass 8chan dauerhaft aus dem Netz verschwindet. Auch "The Daily Stormer" habe den Rausschmiss von Cloudflare überstanden.

Die Bluttat von El Paso wird derweil von Ermittlern als inländischer Terrorismus behandelt. Es war früh deutlich geworden, dass der Attentäter seine Tat vorab angekündigt und mit einem rechtsextremen Pamphlet zu rechtfertigen versucht hatte. Ähnliche Massaker hatte es bereits im März in der neuseeländischen Stadt Christchurch und im April auf eine Synagoge im US-Bundesstaat Kalifornien gegeben. Im aktuellen Fall haben die Betreiber von 8chan zwar schnell reagiert und den Eintrag gelöscht, resümiert die Rechercheplattform Bellingcat: Nichtsdestotrotz hätten aber Nutzer selbst das dort eingestellte Pamphlet weiter verbreitet und teilweise ironisch Bezüge zu den anderen Bluttaten hergestellt.

Der Autor von Bellingcat hatte bereits im April zusammengetragen, wie sich Nutzer auf dem anonymen Messageboard gegenseitig zur Gewalt anstacheln und frühere Massaker loben beziehungsweise kritisieren, wenn die ihnen nicht blutig genug waren. Das geschieht demnach in einem Wust aus Insider-Witzen und Troll-Beiträgen, die Leser provozieren und ablenken sollen. Zusammengehalten werde das aber von rechtsextremen Theorien und Nazi-Symbolik. Insgesamt gehe es darum, Hass und Gewalt zu säen, um Menschen zu radikalisieren und gegen Muslime oder Juden zu hetzen. Fredrick Brennan, der 8chan 2013 als 4chan-Alternative ohne Regeln gegründet hatte, hat am Wochenende einmal mehr die Schließung der inzwischen nicht mehr von ihm betriebenen Seite gefordert.

Der aktuelle Fall zeigt aber außerdem, dass derartige Rhetorik nicht auf randständige Bereiche des Internets beschränkt bleibt: Die Rolle des US-Präsidenten rückt in den Fokus. So beginnt der Text mit den Worten, "Dieser Angriff ist eine Antwort auf die hispanische Invasion in Texas." Das US-Magazin Newsweek berichtet, dass Trumps Wahlkampfteam Analysen zufolge allein mehr als 2000 Facebook-Anzeigen geschaltet hat, in denen das Wort "Invasion" vorkommt. Trump spricht auch immer wieder von einer "Invasion", wenn es um Flüchtlinge geht und benutzt rassistische Formulierungen. Das Verbrechen in El Paso hat er auf Twitter verurteilt und angeordnet, Flaggen landesweit auf Halbmast zu setzen, um den Opfern und jenen eines weiteren Massakers in Ohio zu gedenken.

Während sich also immer mehr Beobachter die Rolle von Hass und Hetze auf 8chan, der Rhetorik von Donald Trump und durchaus auch ihrer unkritischen Verbreitung durch Medien widmen, versuchen einige Parteifreunde Trumps in eine andere Richtung zu weisen: Der Vizegouverneur von Texas, Dan Patrick, etwa meint, Waffen und das Böse habe man in den USA immer gehabt, früher aber habe es keine Videospielindustrie gegeben, "die jungen Menschen das Töten beibringt". Der Fraktionsvorsitzende der Republikaner im US-Repräsentantenhaus, Kevin McCarthy, schloss sich dem an und bezeichnete Videospiele als Problem, dem man sich widmen müsse.

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(mho)