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Terrorpiloten könnten am PC trainiert haben

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Wurden die Todesflüge der Boeings, die gestern vermutlich mehreren tausende Menschen das Leben gekostet haben, von erfahrenen Piloten oder Laien ausgeführt? Am Tag nach der erschütternden Terror-Attacke auf die USA rätseln Experten, über die näheren Umstände, unter denen die Terroristen Linienmaschinen in fliegende Bomben verwandeln konnten.

Unter anderem schloss ein Flugexperte im Nachrichtenkanal N24 die Möglichkeit nicht aus, dass die Selbstmordpiloten mit Hilfe von PC-Flugsimulatoren auf ihre Aufgabe vorbereitet wurden. Georg Fongern, Sprecher der Pilotenvereinigung Cockpit, hält das keinesfalls für abwegig. Im Interview mit T-Online sagte er auf die Frage, ob ein Trainining am PC ausreicht: "Wenn das Flugzeug in der Luft ist, und die Systeme funktionieren, ist es relativ einfach, dieses Flugmanöver durchzuführen. Wer den Kurs und die Höhe einstellen kann, ist in der Lage, dieses Manöver durchzuführen".

Das bestätigte auch Harald Geiger, Redakteur beim Flieger-Magazin und Beta-Tester des Microsoft Flugsimulators, im Gespräch mit heise online. "Wenn jemand das Feeling hat und etwa 100 Flugstunden auf einer Cessna absolviert, kann er sich mit dem Microsoft-Flugsimulator so weit bringen." Die Bedienung einer fliegenden Maschine sei nicht mehr besonders schwer. "Es genügt dann, den Autopiloten auszuschalten. Wer zudem noch den Transponder abschaltet, ist auch vom Radar nicht mehr zu erfassen. Entsprechende Szenarien, mit denen man einen gezielten Anflug auf das World Trade Center oder das Pentagon üben kann, sind bereits im Lieferumfang bei Microsoft enthalten."

Dem widerspricht allerdings Dieter Stricker, der mehrmotorige Maschinen in Nachteinsätzen fliegt und die Zeitschrift Aeromarkt verlegt. "Eine Flugausbildung am PC halte ich für völlig unmöglich". Die Microsoft-Software und andere Programme dieser Art "simulieren nur unzureichend die Cockpit-Umgebung. Ein Keyboard ist mit dem, was Piloten in einer Linienmaschine vom Typ Boeing 757 erwartet, nicht vergleichbar", erklärte Stricker gegenüber heise online. An ein Pilotentraining per Software will auch der Mülheimer Fluglehrer Frank Achner, ein ehemaliger Starfighter-Pilot, nicht glauben. "Das waren ausgebildete Piloten", sagte er auf Fragen des Westdeutschen Rundfunks. "Ein Anfänger hätte den Tower nicht getroffen, weil er Wendekreis und Flugverhalten dieser schweren Maschinen nicht kennt". (em)

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