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Tesla: Mitarbeiter sollen Autopilot für autonomes Fahren testen

Um autonomes Fahren bei seinen Fahrzeugen schneller zu realisieren, will Tesla nun seine Mitarbeiter verstärkt als Tester einspannen.

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Tesla

(Bild: dpa, Sven Hoppe)

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Der CEO des US-Elektroautoherstellers Tesla, Elon Musk, hat seine Mitarbeiter per E-Mail aufgefordert, an Tests für Teslas Programm zum autonomen Fahren teilzunehmen. Dies berichtet die US-Nachrichtenseite für Elektromobilität Electrek, der die interne E-Mail Musks vorliegen soll.

Demnach werden 100 bis 200 Mitarbeiter gesucht, die ihre privaten Tesla-Fahrzeuge mit den Software-Paketen "Enhanced Autopilot" und "Full Self-Driving Capability" ausstatten lassen wollen. Die Pakete im Wert von etwa 5000 bis 10.000 US-Dollar seien für sie dann kostenfrei. Zusätzlich bekämen Mitarbeiter, die ein Neufahrzeug mit den beiden Paketen ordern, zusätzlich eine Premium-Innenausstattung ohne Aufpreis dazu. Dafür müssen die Tester jedoch im Gegenzug mehrere Hundert Stunden Fahrdaten an Tesla liefern.

Tesla arbeitet bereits seit mehreren Jahren an einem Autopiloten für autonomes Fahren. Seit der Veröffentlichung der zweiten Autopilot Hardware-Generation 2016 hinke die Entwicklung dem gesetzten Zeitplan jedoch hinterher, berichtet Electrek. Um deutlichere Fortschritte zu erzielen, will Tesla nun augenscheinlich seine Mitarbeiter stärker in die Tests einbeziehen als bisher.

Schon in der Vergangenheit haben Mitarbeiter und einige Kunden die Möglichkeit erhalten, neue Funktionen vor der Veröffentlichung einer neuen Software zu testen und Feedback zu geben. Mit den neuen Anreizen wird das Mitarbeiter-Programm erweitert und die Tester-Basis deutlich breiter aufgestellt. Der Schritt von Teslas Autopiloten zum unterstützenden Fahren mit Fahrassistenzfunktionen wie beispielsweise Spurhalte- und Überholassistent zum komplett autonomen Fahren könnte so schneller erfolgen.

Zunächst rollt Tesla seine neue Firmware-Version 9 an seine Kunden Over-the Air per Internet aus. Die Software soll bereits einige erweiterte Fahrassistenzfunktionen bereitstellen, darunter eine Ramp-to off-ramp-Funktion. Dabei sorgt der Autopilot dafür, dass eine Autobahnausfahrt optimal genommen wird und das Fahrzeug vorab die möglichst beste Fahrspur auswählt, um im Verkehr mitzufließen. Das neue Update dürfte damit einen weiteren Ausblick auf das große Ziel autonomes Fahren bieten. Elon Musk hatte nach Angaben von Electrek im März angekündigt, dass bis Ende 2019 autonomes Fahren mit Tesla-Fahrzeugen möglich sein soll.

In der Vergangenheit hatte der Tesla Autopilot immer wieder für negative Schlagzeilen gesorgt, weil Tesla-Fahrzeuge mit aktiviertem Fahrassistent in Unfälle verwickelt waren – darunter ein Unfall durch Auffahren auf ein Feuerwehrfahrzeug, das Rammen eines geparkten Fahrzeugs und ein tödlicher Unfall mit einem Model X. Zusätzlich hatten sich die Chefs der Autopilot-Entwicklung die Klinke in die Hand geben: Zunächst verließ Chris Lattner das Unternehmen, danach übergab sein Nachfolger Jim Keller den Stab an Andrej Karpathy.

Tesla Model S mit Autopilot (23 Bilder)

Testwagen

Tesla Motors stellte uns ein "Model S P90D" mit Autopilot als Testfahrzeug zur Verfügung.
(Bild: Peter-Michael Ziegler / heise online)

(olb)