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Tesla Model 3: Knapp ein Viertel der US-Vorbesteller fordern Anzahlung zurück

Tesla hat es derzeit nicht einfach: Die Produktion seines Model 3 läuft nicht richtig rund und jetzt springen auch noch immer mehr Vorbesteller ab.

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Tesla Model 3: Knapp ein Viertel der US-Vorbesteller fordern Anzahlung zurück

(Bild: Tesla)

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Etwa 23 Prozent der Vorbesteller von Teslas Elektro-Auto Model 3 haben eine Rückerstattung ihrer Anzahlung gefordert. Das geht aus einer Untersuchung der US-Analyse-Plattform Second Measure hervor, die anonymisiert Käufe über Kreditkarten von US-Amerikanern auswertet.

Nach Angaben der Analysten hätte die Anzahl der Rückerstattungen bis zur Beendigung der Vorbestellbarkeit des Model 3 im August 2017 bei 12 Prozent gelegen, was auch Tesla bestätigt hat. Jetzt habe sich der Anteil der Rückforderungen nahezu verdoppelt. Second Measure nimmt an, dass die langen Lieferzeiten von vier bis zwölf Monaten und das Auslaufen von Steuererleichterungen für den Kauf eines Tesla Model 3 ursächlich für die hohe Absprungrate ist.

Im April 2016 hatte Tesla damit begonnen, Vorbestellungen für das ab 35.000 US-Dollar teure Model 3 entgegenzunehmen. Um auf die Warteliste genommen zu werden, müssen Interessenten eine Anzahlung in Höhe von 1000 US-Dollar leisten. Solange das Fahrzeug noch nicht vollständig konfiguriert ist, kann die Anzahlung vollständig zurückgefordert werden. Erst nach der Konfiguration, die mit einer weiteren Zahlung von 2500 US-Dollar einhergeht, ist keine Rückerstattung mehr möglich. Dies geschehe nach Angaben von Second Measure aber ohnehin erst wenige Wochen vor der Auslieferung eines Fahrzeugs.

Bis April 2018 hätten rund acht Prozent der Vorbesteller ein Tesla Model 3 konfiguriert. Dem stünden 23 Prozent gegenüber, die eine Rückerstattung der Anzahlung gefordert hätten. Dieses Missverhältnis sei in den letzten Monaten kontinuierlich angestiegen und hätte im April seinen vorläufigen Höhepunkt erreicht, zeigen die Daten von Second Measure. Die Analysten räumen allerdings ein, dass sich auch die Anzahl der Konfigurationen verdreifacht habe.

Der starke Anstieg der Anzahlungsrückforderungen dürfte nach Ansicht von Second Measure auf die monatelangen Produktionsprobleme und damit das Verfehlen von Produktionszielen zurückzuführen sein. Statt wie geplant etwa 5000 Fahrzeuge liefen zeitweise nur knapp 2000 Model 3 pro Woche vom Band. Ein Produktionsstopp von mehreren Tagen brachte weitere Verzögerungen, soll aber dazu genutzt worden sein, um die Produktionsstraßen umzurüsten und den Ausstoß zu erhöhen.

Bis die rund 400.000 Vorbestellungen des Model 3 abgearbeitet sind, dürfte es trotz höherer Fertigungsleistung also noch dauern. Für viele Vorbesteller ist das aber zu lange, denn bis sie ihr Model 3 kaufen können, ist die staatliche Subvention für Tesla-Fahrzeuge bereits ausgelaufen. Die Subvention wird nämlich schrittweise reduziert, sobald ein Hersteller 200.000 Elektroautos ausgeliefert hat. Die volle Ersparnis von 7500 US-Dollar dürfte daher für Tesla-Kunden im Laufe des Jahres 2018 entfallen.

Tesla hat in den letzten Monaten keine konkreten Angaben zur Anzahl der Rückvergütungen gemacht. Anfang Mai war Tesla-Chef Elon Musk in einer Telefonkonferenz mit Analysten darauf angesprochen worden, wich der Frage aber demonstrativ aus. Nach Angaben des Online-Magazins Recode habe ein Unternehmenssprecher den Angaben von Second Measure, die bis August letzten Jahres deckungsgleich gewesen sind, widersprochen, wollte aber die genaue Höhe der Abweichungen nicht nennen.

Update: Angaben zu den US-Subventionen verbessert (olb)

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