Tesla-Update soll Kinder und Hunde vor Hitzetod retten

Version 8 der Tesla-Software wird nun langsam ausgerollt. Beim Autopiloten wird das Radar eine deutlich wichtigere Rolle spielen. Und die Temperatur in der Fahrzeugkabine soll auch dann 40 Grad nicht überschreiten, wenn das Auto gar nicht benutzt wird.

Lesezeit: 2 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 264 Beiträge
Kleiner Hund am Volant

Manche mögen's gar nicht heiß.

(Bild: Grant CC BY-2.0)

Von
  • Daniel AJ Sokolov

Tesla hat damit begonnen, die angekündigte Version 8 der Tesla-Software in seine Modelle S und X einzuspielen. Nach und nach wird das Update auf den Bildschirmen im Fahrzeuginneren angeboten und kann dann von dort ausgelöst werden. Neben der bereits angekündigten Aufwertung des Radars, das ab Oktober 2014 in Teslas eingebaut wurde, soll vor allem ein Feature Leben retten: Die Temperatur im Fahrzeuginneren soll 40 Grad Celsius nie überschreiten. Auch dann, wenn das Auto nicht in Betrieb ist.

Seit Kurzem bekommen die Topmodelle ab Werk größere Akkus.

(Bild: Tesla)

Immer wieder sterben in Autos zurückgelassene Kleinkinder und Hunde einen qualvollen Hitzetod. Die Kabine kann sich nämlich in kurzer Zeit erstaunlich stark aufheizen. Teslas neue Softwareversion überwacht fortlaufend die Temperatur und schaltet gegebenenfalls Lüftung und Klimaanlage ein. Auch dann, wenn niemand im Fahrzeug sitzt, denn "man kann Babys und Haustiere nicht immer erkennen", sagte Tesla-Gründer Musk auf Twitter.

Dort bezeichnete Musk das Update auch als "bedeutende Überarbeitung auf fast jedem Level, verglichen zu Version 7". "Mein liebstes neues Feature ist die immer aktive Maximaltemperaturkontrolle", fügte er in einem weiteren Tweet hinzu. Seine Motivation für dieses neue Leistungsmerkmal sei einen Bericht über den Vater eines "unglaublich rasch" verstorbenen Knaben gewesen: "Das kann in der heißen Sonne auch nur eine halbe Stunde dauern".

Tesla Model S mit Autopilot (23 Bilder)

Testwagen

Tesla Motors stellte uns ein "Model S P90D" mit Autopilot als Testfahrzeug zur Verfügung.
(Bild: Peter-Michael Ziegler / heise online)

Bei einer vollen Akkuladung könne die Überhitzungsvorbeugung bis zu einem Jahr lang laufen – was wohl stark von den Umgebungsbedingungen abhängen wird. In der Voreinstellung schalte sich das System ab, wenn die Akkuladung 20 Prozent unterschreitet. Diese Schwelle sollen die Fahrzeuginhaber aber ändern können.

Überarbeitet wurden auch das Touchscreen-Interface sowie das Fahrverhalten. Bloomberg konnte eine frühe Version der neuen Software testen und berichtet, dass sich das Auto im Autopilotmodus nun nicht mehr stur in der Spurmitte hält, sondern bei Annäherung eines Fahrzeugs in einer Nachbarspur ein bisschen zur Seite rückt.

Ein Werbefilm Teslas preist an, dass sich der Computer merkt, wenn der Fahrzeugunterboden eine Kante oder Bodenschwelle touchiert. Beim nächsten Mal hebe sich das Auto vorher an, um den Kontakt zu vermeiden. [Update 23. 9., 6:58 Uhr] Jene Sicherheitslücken, die das Kapern eines Tesla S aus der Distanz ermöglicht hatte, wurden laut Tesla bereits mit einem früheren, kleinen Update (v7.1, 2.36.31) behoben.[/Update]

Gefährliche Sicherheitslücken fand Keen Security bei einem Tesla S (Quelle: Keen Security)

(ds)