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Tesla soll Fabrikunfälle vertuscht haben

Wie ist es um die Arbeitssicherheit bei Tesla bestellt? Laut einem investigativen Artikel lässt sie viel zu wünschen übrig. Das Unternehmen weist die Vorwürfe zurück.

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Tesla soll Fabrikunfälle vertuscht haben

(Bild: Tesla)

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Der Elektroauto-Hersteller Tesla soll in seinen obligatorischen Berichten über Unfälle und gesundheitliche Probleme in Zusammenhang mit seiner Produktion mehrere Fälle verschwiegen haben. Das berichtet die zum Center for Investigative Reporting in den USA gehörende Website Reveal, die für ihren Artikel über Tesla nach eigenen Angaben mit mehr als drei Dutzend aktuellen und früheren Mitarbeitern und Managern des Unternehmens gesprochen und hunderte Seiten an Dokumenten analysiert hat. Eine gekürzte Version des Artikels mit dem Titel "Tesla verschwieg Arbeitsunfälle" ist auf Technology Review online zu finden. Das Unternehmen selbst weist die Vorwürfe zurück.

Der Tesla-CEO Elon Musk hat laut Reveal eine Abneigung gegen gelbe Farbe zur Kennzeichnung von Gefahren-Bereichen und soll zudem auch zu viele Schilder in der Fabrik und die Warntöne von Gabelstaplern beim Rückwärtsfahren nicht mögen. Diese Präferenzen seien weithin bekannt und hätten dazu geführt, dass an solchen sonst üblichen Sicherheitssignalen gespart wurde. Justine White, die frühere Sicherheitschefin für die Haupt-Produktionslinie, sprach gegenüber Reveal von chaotischen Zuständen in der Fabrik, wo Stil und Tempo wichtiger gewesen seien als Sicherheit. Häufig werde Musks Name ins Feld geführt, um Abkürzungen zu rechtfertigen und Bedenken abzuwehren, erzählt White.

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Mindestens drei meldepflichtige Fälle wurden laut Reveal gegenüber den Behörden verschwiegen. Ein für die Befestigung von Scheibenwischer-Motoren zuständiger Mitarbeiter sei wegen Schmerzen am Arm krankgeschrieben gewesen, ein weiterer bei der Gruppen-Arbeit in Ohnmacht gefallen und auf den Kopf gestürzt. Eine Mitarbeiterin habe sich durch wiederholte Bewegungen bei der Arbeit an der Schulter verletzt; Tesla stufte alle drei Fälle als "persönliche medizinische" Probleme ein, sodass sie in den offiziellen Meldungen nicht berücksichtigt wurden.

Das Unternehmen weist die Vorwürfe zurück und bezeichnet sie als Teil einer Kampagne, die Tesla-Belegschaft gewerkschaftlich zu organisieren. In einer anonymen internen Befragung hätten vor kurzem 82 Prozent der Beschäftigten der Aussage "Tesla setzt sich für meine Gesundheit und Sicherheit und mein Wohlergehen ein" zugestimmt. Die Informationen in dem Artikel zeichnen laut einem Sprecher, ein "vollkommen falsches Bild von Tesla und den wirklichen Arbeitsbedingungen dort".

Mehr dazu bei Technology Review online:

(sma)

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