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Tesla soll Fiat helfen, CO2-Grenzwerte einzuhalten

Fiat Chrysler will Strafen wegen zu hohen CO2-Ausstoßes seiner Pkw in der EU vermeiden. Dafür will sich der Konzern mit Elektroautohersteller Tesla zusammentun.

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Tesla soll Fiat helfen, CO2-Grenzwerte einzuhalten

Maserati ist eine der Marken des Konzerns FCA. Kohlendioxid, das Fahrer dieser Autos mit dem Dreizack in die Natur pusten, soll mit dem nicht vorhandenen Ausstoß der Tesla-Wagen verrechnet werden.

(Bild: fcagroup.com)

Der italienisch-US-amerikanische Autokonzern Fiat Chrysler (FCA) will die Flotte seiner angemeldeten Autos mit jener des Elektroautoherstellers Tesla zusammenrechnen lassen, um die europäischen Grenzwerte für Kohlendioxid-Emissionen von Pkw einhalten zu können. Die Vereinbarung zwischen den beiden Unternehmen koste Fiat mehrere hundert Millionen Euro, berichtet die Financial Times,

2021 sollen die durchschnittlichen CO2-Emissionen von neu zugelassenen Kraftfahrzeugen nicht mehr als 95 Gramm pro Kilometer betragen. FCA-Chef Mike Manley hatte dieses Jahr angekündigt, Strafzahlungen wegen klimaschädlicher Abgase in Kauf zu nehmen, wenn das günstiger ist als hohe Investitionen für Elektroautos. "Wir nehmen den Weg mit den geringsten Kosten", sagte Mike Manley. Die Frage sei, ob die Kunden E-Autos kauften. Heute sei der Absatz in Europa sehr gering. Aber wenn der Markt sie verlange, werde auch Fiat Chrysler sie bauen.

Die EU-Kommission erlaubt es Autoherstellern, "gemeinsam zu handeln", um das Emissionsziel zu erreichen. Dabei müssen sie die Wettbewerbsregeln einhalten, das heißt sie dürfen nicht mehr Informationen austauschen als die durchschnittlichen spezifischen CO2-Emissionen, ihre spezifischen Emissionsziele und die Gesamtzahl der zugelassenen Fahrzeuge. Solcherlei "Car-Pooling" gibt es innerhalb von Konzernen wie zum Beispiel der PSA Group mit seinen Marken Peugeot, Citroën und Opel, erlaubt sind aber auch Vereinbarungen zwischen Konkurrenten.

Tesla generiert auch anderweitig Einnahmen aus seinen "Null-Emissionsfahrzeugen". In Kalifornien profitiert das Unternehmen von einem Belohnungssystem namens Zero Emissions Vehicles Credit Points für solche Autos. Je mehr Autos mit Verbrennungsmotor ein Autohersteller dort importiert, desto mehr Credit Points benötigt er als Ausgleich. Die kann er bei anderen Herstellern einkaufen. Die BBC berichtet, Tesla habe in den vergangenen drei Jahren in den USA auf diese Weise mehr als eine Milliarde US-Dollar eingenommen. (anw)