Tesla überrascht mit drittem Quartalsgewinn in Folge

Elon Musk machte bei der Präsentation der Geschäftszahlen von Tesla seinen Ärger Luft. Dabei läuft es gar nicht schlecht für den E-Autobauer.

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Der Kompakt-SUV Model Y von Tesla.

(Bild: Tesla)

Von
  • Oliver Bünte

Der US-Elektro-Autobauer Tesla hat das erste Geschäftsquartal 2020 mit einem Gewinn von 16 Millionen US-Dollar, etwa 14,7 Millionen Euro, abgeschlossen. Das teilte Tesla-Chef Elon Musk am Mittwoch nach US-Börsenschluss im US-amerikanischen Palo Alto mit. Damit hat Tesla zum dritten Mal in Folge ein Quartal mit schwarzen Zahlen abgeschlossen. Analysten hatten im Vorfeld mit einem schlechteren Ergebnis gerechnet.

Den Umsatz konnte Tesla im ersten Quartal im Jahresvergleich um 32 Prozent auf rund 5,98 Milliarden US-Dollar steigern, heißt es im Tesla-Geschäftsbericht. Im Vergleichsquartal des Vorjahres lag der Umsatz noch bei 4,54 Milliarden Dollar. Außerdem hatte Tesla damals noch unter dem Strich einen Verlust von 702 Millionen Dollar eingefahren.

Trotz des guten Ergebnisses fällt der Gewinn im ersten Quartal deutlich niedriger als in den beiden Quartalen des alten Geschäftsjahres 2019 aus. So lag der Gewinn im dritten Quartal 2019 noch bei 148 Millionen Dollar, im vierten Quartal bei 105 Millionen Dollar. Traditionellerweise fällt das erste Quartal saisonbedingt bei Tesla aber immer etwas schwächer aus. Tesla begründet den Rückgang damit, dass zum Ende des ersten Quartals 2020 weniger Fahrzeuge ausgeliefert werden konnten. Hier haben erste Auswirkungen der Corona-Krise bei Tesla zugeschlagen. So musste Tesla zunächst die Produktion in China für einige Zeit aussetzen und das Stammwerk in Fremont im US-Staat Kalifornien im März schließen. Außerdem dürften einige Fahrzeugkäufe von den Konsumenten angesichts der unsicheren wirtschaftlichen Lage verschoben worden sein.

Musk bekräftigte bei der Präsentation der Geschäftszahlen in diesem Zusammenhang seine Sicht auf die Bewegungsbeschränkungen der Menschen mit deutlichen Kraftausdrücken. Musk, der bereits durch unfundierte medizinische Behauptungen über das Coronavirus aufgefallen war, hatte zunächst versucht, die behördlich angeordnete Schließung des Tesla-Werks in Fremont zu verhindern, musste sich dann aber den Behörden beugen. Eine Wiedereröffnung des Werks zu erreichen, war kürzlich fehlgeschlagen.

Auch der durchschnittliche Verkaufspreis über alle Fahrzeuge hinweg sei gefallen, heißt es von Tesla. Dies liege daran, dass sich der Fahrzeugmix stärker auf das erschwinglichere Model 3 sowie das Model Y verschiebe, weg von Model S und Model X.

Dazu passen die Produktionszahlen sowie die Verkaufszahlen der ausgelieferten Fahrzeuge: Dem Quartalsbericht nach sind 15.390 Fahrzeuge der Reihen Model X und Y produziert und 12.230 ausgeliefert worden. Deutlich mehr waren es in den Fahrzeugreihen Model 3 und Model Y. Hier spricht Tesla von 87.282 Fahrzeugen und 76.266 Auslieferungen. Insgesamt sind das knapp 21 Prozent weniger Auslieferungen im Vergleich zum vorherigen Quartal, im Jahresvergleich aber 88 Prozent mehr. Im laufenden Quartal soll die Produktion des Kompakt-SUV Model Y weiter nach oben geschraubt werden.

Die Entwicklung des Gesamtjahres und einen entsprechenden Ausblick will Tesla vorerst nicht geben. Erst bei der Bekanntgabe der Zahlen für das laufende zweite Quartal will Tesla einen Ausblick auf das Geschäftsjahr 2020 wagen. Momentan ist zu ungewiss, wie sehr sich die Einschränkungen, die durch die Corona-Krise ausgelöst worden sind, auf den Elektroautobauer auswirken.

Die Aktionäre honorierten die vorgestellten Geschäftszahlen mit einem deutlichen Kurssprung. Nachbörslich legte der Anteilsschein von Tesla von 731,60 Euro auf in der Spitze 793,90 Euro am frühen Donnerstagvormittag zu. Das entspricht einer Steigerung von etwa 7,4 Prozent.

Teslas Modellpalette (33 Bilder)

Der Roadster war Teslas erstes Serienauto, das neue Modell soll 2020 auf den Markt kommen.
(Bild: Tesla)

(olb)