Menü

Tesla will Rückforderung der Umweltprämie für Kunden abfedern

Im Streit um die Umweltprämie für Teslas Model S wird ein Teil der Zuschüsse nun zurückverlangt. Der US-Konzern wehrt sich und verspricht Käufern Unterstützung.

vorlesen Drucken Kommentare lesen 331 Beiträge
Tesla will Rückforderung der Umweltprämie für Kunden abfedern

(Bild: Tesla)

KFZ-Tarifvergleich Anzeige

Tesla will für mehrere hundert Käufer seiner Elektroautos in Deutschland die Umweltprämien auslegen, die sie zurückzahlen sollen. Gleichzeitig fechte man die Entscheidung des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) an, die 4000 Euro hohe Prämie zurückzuverlangen, erklärte Tesla in der Nacht zum Mittwoch.

Das Bundesamt hat beschlossen, keine Umweltprämie an Käufer des Tesla Model S zu zahlen, die ihren Wagen vor dem 6. März 2018 erworben hatten. Es gehe um 800 Verfahren, in denen der Umweltbonus bereits bewilligt worden sei – und rund 250 weitere, die zunächst zurückgestellt worden seien und nun abgelehnt würden.

Hintergrund ist ein Streit zwischen der Behörde und dem US-Autobauer, dessen Modell S in der üblichen Oberklasse-Variante zu teuer ist für die Gewährung der E-Prämie. Laut den Regularien der Bafa gibt es den Bonus nur, wenn das jeweilige Basismodell nicht mehr als 60.000 Euro kostet und tatsächlich lieferbar ist. Tesla hatte zunächst zugesagt, das Auto ohne "Komfort-Paket" anzubieten und damit die Preisgrenze einzuhalten. Vergangenes Jahr hatte die Bafa dann das Modell von der Liste der förderberechtigten Autos genommen, da es in der Basisversion gar nicht erhältlich gewesen sei.

Seitdem habe man mit den US-Amerikanern in Kontakt gestanden, um eine einvernehmliche Lösung für Tesla-Kunden zu erzielen, erklärte die Behörde nun. Eine Frist bis Anfang Juli habe der Konzern verstreichen lassen. Daher müsse nun die "Rückabwicklung der Kaufprämie erfolgen".

Tesla Model S (4 Bilder)

Connected Car

Auf dem Mobile World Congress war Tesla schon bei Telefónica zu Gast. (Bild: heise online/vbr)

Tesla bestreitet, dass die Basisversion nicht lieferbar gewesen sei. Jeder in Deutschland habe sie bestellen können "und wir haben solche Autos an Kunden ausgeliefert". Tesla hatte der Bundesregierung bereits zuvor vorgeworfen, die Preisgrenze für die Umweltprämie absichtlich tief angesetzt zu haben, um Autos des Herstellers auszugrenzen. Deswegen habe man zeitweise eine Beschwerde bei der EU-Kommission erwogen – bis die Einigung auf eine Basisversion erzielt worden sei.

Die Entscheidung des Bundesamts sei nun ungerechtfertigt, unfair gegenüber den Käufern und widerspreche den Zielen des Förderprogramms, kritisiert Tesla nun.

Das Bafa teilte am Dienstag mit, betroffene Käufer eines Tesla S würden in den kommenden Wochen vom Bafa angeschrieben. Kunden, die nach dem Stichtag das Auto kauften, könnten indes die Prämie beantragen. Da die Basisversion seitdem erhältlich ist, haben sie nun auch das Recht auf die Ersparnis. Sie müssen aber neben dem Kaufvertrag auch eine Bestätigung einreichen, welche Teile des Komfortprogramms gesperrt beziehungsweise aktiviert seien, wie das Bafa bereits im März mitgeteilt hatte.

Die Elektro-Prämie kann seit Anfang Juli 2016 beim Bafa beantragt werden. Für reine Elektrowagen mit Batterie gibt es 4000 Euro, für Plug-in-Hybride sind es 3000 Euro. Finanziert werden die Prämien je zur Hälfte vom Bund und vom jeweiligen Hersteller.

[Update 18.07.2018 – 11:45 Uhr] Die Prämie gibt es auch für Plug-in-Hybride. Die falsche Angabe wurde korrigiert. (mho)

Anzeige