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Teslas Pläne für das neue Jahr

245.000 Autos hat Tesla 2018 ausgeliefert. 2019 sollen es deutlich mehr werden. Neue Modelle kommen dazu.

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Tesla-Firmenzentrale

(Bild: dpa, Andrej Sokolow)

Zum ersten Mal hat Tesla zwei Quartale in Folge einen Nettogewinn erwirtschaftet. Der Aufschwung geht vor allem auf den Erfolg des Model 3 zurück. Insgesamt hat Tesla im Jahr 2018 gut 245.000 Autos ausgeliefert, davon fast 146.000 Model 3. Die Nobelmodelle S und X kamen zusammen auf gut 99.000. Dieses Jahr sollen es 360.000 bis 400.000 Fahrzeuge werden, also 45 Prozent bis 65 Prozent mehr als 2018. 2020 soll es dann in Richtung 500.000 gehen.

Gegenwärtig ist die Nachfrage in den USA aber geringer als zuletzt. Weil zum Jahreswechsel eine US-Steuersubvention halbiert wurde, hat so mancher Käufer der teureren Modelle S und X die Anschaffung ins alte Jahr vorgezogen. Außerdem sei die Freude am Autokauf im Winter generell niedriger, sagte CEO Elon Musk in der üblichen Telefonkonferenz nach Bekanntgabe der jüngsten Quartals- und Jahreszahlen am Mittwochabend. Dennoch sollen mehr Model 3 hergestellt werden: Sie werden für China und Europa gebaut.

Für das laufende Quartal hofft Tesla noch auf einen "sehr kleinen" Gewinn, gesteht aber ein, dass dafür viele Probleme gelöst werden müssen. Ab dem zweiten Quartal sollen dann aber dauerhaft Profite geschöpft werden. Dazu könnte auch ein Leasingangebot für das Model 3 beitragen.

Ziel ist, bis Ende 2019 in den USA wöchentlich 7.000 Model 3 zu bauen. Mitsamt der noch in Bau befindlichen Fabrik in China sollen es 10.000 pro Woche werden. Vielleicht schon zur Jahresmitte soll die Produktion des günstigeren Basismodells mit etwa 350 Kilometern Reichweite anlaufen, das in den USA für 35.000 US-Dollar angekündigt wurde.

Trotzdem möchte Tesla die Bruttorendite des Model 3 von zuletzt 20 Prozent "irgendwann 2019" auf 25 Prozent steigern. Diese Renditen werden aber nicht nach anerkannten Buchhaltungsregeln (GAAP) berechnet. Musk baut auf "mehr Automatisierung" und weniger Beschäftigte.

Gleichzeitig soll die Herstellung des SUV Model Y mit geringen Stückzahlen anlaufen. Auch der geplante Sattelschlepper soll dieses Jahr in Produktion gehen, zunächst für den Eigenbedarf Teslas. Mitte des Jahres könnte ein Pickup vorgestellt werden. All das erfordert Investitionen. Das Unternehmen plant etwa 2,5 Milliarden Dollar Capital Expenditures im laufenden Jahr.

"Ohne einen einzigen Handgriff" eines Menschen sollte ein Tesla-Fahrzeug spätestens Ende 2017 quer durch die USA fahren, hatte Musk im Oktober 2016 angekündigt. Geworden ist aus der autonomen Fahrt nichts. Mittwochabend kündigte Musk an, bis Ende 2019 sichere "völlig selbstfahrende" Autos auf die Straße bringen zu können. Dann werde es an den Behörden liegen, diese autonomen Tesla zu genehmigen.

Zur Steigerung der Kundenzufriedenheit, wohl aber auch der Serviceumsätze, plant Musk, einen automatischen Pannendienst einzuführen. Tesla-Fahrzeuge sollen selbsttätig den Pannendienst rufen, wenn sie einen Defekt oder Unfall haben. "Noch bevor das Fahrzeuge zum Stillstand gekommen ist", werde dann ein Abschleppwagen samt Ersatz-Tesla losgeschickt. (ds)

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