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Test: Microsoft Surface Book 2 mit 15-Zoll-Display, GeForce GTX 1060 und 512 GByte SSD

Microsoft verkauft sein Hybrid-Notebook Surface Book 2 mittlerweile auch als 15-Zoll-Variante mit leistungsstarker GPU. Im Test zeigt sich: hohe Leistung und kompaktes Design schließen sich nicht aus.

Test: Microsoft Surface Book 2 mit 15-Zoll-Bildschirm

Microsoft Surface Book 2 15"

(Bild: c't)

Ende letzten Jahres hatte Microsoft die zweite Generation seines Surface Book in zwei Größen vorgestellt, doch hierzulande war bislang nur das Modell im vom Vorgänger bekannten 13,5-Zoll-Format erhältlich. Seit Mitte Februar gibt es nun auch den größeren Bruder mit 15-Zoll-Display. Am Konzept ändert sich nichts: Auch das größere Surface Book 2 ist ein Notebook-Tablet-Hybrid mit abnehmbarem Tablet-Deckel, der das technische Innenleben enthält, und einem Tastatur-Dock, in dem ein großer Zweitakku und ein flotter Nvidia-Grafikchip stecken.

Durch das Surface-typische, arbeitsfreundliche Bildschirmseitenverhältnis von 3:2 fällt die Grundfläche bei gleicher Tiefe minimal schmaler aus als bei Notebooks mit herkömmlichen 15,6-Zoll-Displays im 16:9-Format. Das fällt bei Taschen oder Hüllen nicht ins Gewicht, doch für einen zusätzlichen Ziffernblock, wie ihn viele andere 15-Zöller bieten, war hier kein Platz. Am Tippgefühl gibt es nichts auszusetzen, am Layout der beleuchteten Tastatur fällt nur der einzeilige Cursorblock negativ auf.

Trotz identischer Optik und ähnlicher Datenblätter ist das 15-Zoll-Modell mehr als ein aufgeblasener 13,5-Zöller. So gibt Microsoft dem im Deckel eingebauten Vierkern-Prozessor der achten Core-i-Generation einen aktiven Kühler mit, damit die CPU bei anhaltender Rechenlast oder höheren Umgebungstemperaturen konstant hohe Leistung abliefern kann. Der Lüfter wurde im Test nie übermäßig laut, doch anders als bei der passiven Kühlung des 13,5-Zöllers bleibt das Gerät bei CPU-Last nicht lautlos.

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Bei beiden Modellen steht die immer aktiv gekühlte GPU nur dann zur Verfügung, wenn der Tablet-Deckel im Tastatur-Dock steckt, also entweder im Notebook-Betrieb oder wenn man den Deckel abnimmt und mit Bildschirm nach außen wieder einsetzt. Statt einer GeForce GTX 1050 bringt der 15-Zöller die rund doppelt so starke GeForce GTX 1060 mit. So viel 3D-Power findet man in den allerwenigsten 15-Zoll-Notebooks – und wenn, dann sind sie üblicherweise dicker und schwerer als das Microsoft-Gerät.

Schiebt man den mit Windows 10 1709 eingeführten Energieschieberegler, den man mit einem Klick auf das Akkusymbol in der Taskleiste erreicht, ganz nach rechts, dann entlockt man dem Surface Book 2 etwas mehr Rechenleistung. Mitunter reicht dann das Netzteil nicht mehr aus, sodass der Akku im Tastatur-Dock zusätzlich entleert wird, um den Stromhunger der GPU zu decken. Wir haben unsere Messungen mit der voreingestellten Reglerstellung (links) ausgeführt.

Spielt man 3D-Spiele im Akkubetrieb, so verweigert das Notebook grundsätzlich die Nutzung des Nvidia-Chips, sobald der Ladestand des Dock-Akkus unter 10 Prozent fällt, was nach etwa eineinhalb Stunden der Fall ist. Seine Restkapazität und die des Akkus im Tablet-Deckel reichen ohne 3D-Last aber immer noch für mehrere Stunden Laufzeit. Apropos: Bei geringer Systemlast und auf 100 cd/m² abgedunkeltem Bildschirm ist erst nach beachtlichen achtzehneinhalb Stunden Schluss.

Der Touchscreen zeigt kräftige Farben und strahlt hell, doch er war bei unserem Testgerät ungleichmäßig ausgeleuchtet: Bei voller Helligkeit war der obere Rand rund 100 cd/m² heller als der untere. Weil die Helligkeit gleichmäßig abnimmt, fällt dies nur trainierten Augen auf. Wer aber etwa als Grafiker solche hat, weil er sie beziehungsweise einen guten Bildschirm für seine Arbeit braucht, kann sich damit nicht anfreunden.

Anders als früher legt Microsoft den seit 2017 erschienenen Surface-Produkten keine Stifte mehr bei. Technisch unterstützt der Bildschirm sowohl den älteren Surface Pen mit seitlichem Clip als auch die neuen Modelle ohne Clip. Letztere bieten mit 4096 Druckstufen eine verfeinerte Erkennung und sind ab 85 Euro erhältlich (ab 69,35 €). Der optionale Drehregler Surface Dial ist genauso teuer und lässt sich sowohl auf als auch neben dem Bildschirm benutzen.

Der Kartenleser unterstützt besonders flotte SDXC-Karten mit UHS-II-Schnittstellen. Die Kamera oberhalb des Displays erlaubt biometrisches Einloggen mittels Windows Hello. Zusätzlich zu zwei USB-A-Buchsen hat das Surface Book 2 eine USB-C-Buchse, die USB-3.0- wie DisplayPort-Signale liefert und auch zum Laden der Akkus verwendet werden kann.

Alle drei Funktionen bietet zusätzlich auch der Surface Connector, den sowohl das beiliegende Netzteil als auch optionales Zubehör wie Microsofts Dockingstation (ab 159,99 €) nutzen. Der Connector ist zwar proprietär, hat dafür aber einen magnetisch andockenden Stecker. Ähnlich wie der (inzwischen fast ausgestorbene) MagSafe-Anschluss von MacBooks trennt man beim Stolpern übers Kabel also nur den Stecker von der Buchse und zieht nicht das gesamte Notebook vom Tisch herunter.

Anders als das 13,5-Zoll-Geschwisterchen gibt es das Surface Book 2 mit 15-Zoll-Display ausschließlich mit Vierkern-CPU und Nvidia-Chip im Dock; auch sind immer 16 GByte Arbeitsspeicher eingebaut. Die Preise beginnen bei 2430 Euro mit 256-GByte-SSD. Unser Testgerät mit 512er-SSD kostet mindestens 2800 Euro, für das Topmodell mit 1 TByte SSD-Speicherplatz sind mindestens 3400 Euro fällig. Im Lieferumfang ist ein Jahr Garantie enthalten; die Microsoft Complete genannte Verlängerung auf zwei Jahre inklusive Unfallversicherung kostet 250 Euro. Außerhalb der Garantie tauscht Microsoft Geräte bei Defekten für pauschal 675 Euro (567 Euro plus Mehrwertsteuer) aus.

Das Surface Book 2 mit 15-Zoll-Display ist ein leistungsstarkes und dennoch vergleichsweise kompaktes und leichtes Notebook. Gegenüber Apples ähnlich teurem MacBook Pro 15 bietet es mehr Leistung und einen Hybrid-Modus inklusive Stiftbedienung, hat aber das etwas schlechtere Display – wenngleich dies Meckern auf sehr hohem Niveau ist.

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