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Teure zweilagige DVD-Medien

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Der japanische Medienhersteller Mitsubishi Kagaku Media, hierzulande besser bekannt unter dem Markennamen Verbatim, will Ende Juni die ersten zweilagigen DVD+R-Rohlinge mit einer Speicherkapazität von 8,5 GByte in kleinen Mengen auf den Markt bringen. Als offiziellen Preis nannte Verbatim auf Nachfrage 15 Euro pro Stück. Das ist deutlich mehr als bisher erwartet. Zuvor hatte Verbatim davon gesprochen, die DL-Medien würden nur etwas mehr als zwei einlagige Medien kosten, was Preise um fünf Euro vermuten ließ.

Der Grund des hohen Einstandspreises liegt zum einen in der anfangs noch geringen Produktionskapazität und zum zweiten im aufwendigen Produktionsverfahren. Die DVD+R DL (so die offizielle Bezeichnung) wird momentan noch im so genannten 2P-Verfahren (Photo-Polymerisation) produziert, für das quasi zwei DVD-Produktionslinien hintereinandergeschaltet werden müssen. Die einzelnen Schichten werden dabei nacheinander aufgetragen. Die Informationsspuren der zweiten Schicht müssen dabei in einen etwa 50 µm dünnen Spacer gepresst werden, was die Produktionsausbeute deutlich verringert. Experten schätzen die Ausbeute beim 2P-Verfahren auf unter 50 Prozent, während man bei einlagigen Rohlingen auf über 85, zum Teil gar 95 Prozent kommt.

Eine Verbesserung soll das so genannte Inverse-Stack-Verfahren bringen, das derzeit von Unaxis Balzers entwickelt wird. Dabei werden die Informationsspuren der zweiten Schicht nicht in den Spacer, sondern seitenverkehrt direkt in die obere Halbscheibe gepresst. Danach können beide Scheiben normal verklebt werden, was nicht nur die Produktionszeit verringert, sondern auch die Ausbeute erhöht. Laut Unaxis soll das neue Verfahren aber erst in etwa 6 Monaten einsatzbereit sein. Das 2P-Verfahren sei nur eine Übergangslösung. Demnach ist auch erst 2005 mit einem deutlichen größeren Angebot und einem Preisrutsch für DVD+R-DL-Medien zu rechnen. (hag)