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Thailänder bevorzugen Linux

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Seit Mai diesen Jahres subventioniert die thailändische Regierung PCs und Laptops mit Linux. Damals versprach das Ministerium für Information, Kommunikation und Technologie (ICT) innerhalb eines Jahres landesweit etwa eine Millionen vergleichbarer Geräte zum Subventionspreis anzubieten. Die Aktion stieß bei der Bevölkerung auf reges Interesse, bis Ende August wurden laut Linuxinsider.com 300.000 Rechner mit vorinstalliertem Linux und StarOffice verkauft.

Ursprünglich lud die Regierung auch Microsoft ein, an dem Projekt teilzunehmen, doch der Konzern weigerte sich, seine Software derart billig abzugeben. Als Antwort auf das Subventionsprojekt und um gegen die Konkurrenz der Open-Source-Software zu bestehen, hatte Microsoft die Preise für Windows- und Office-Lizenzen von 600 auf 37 US-Dollar gesenkt. Jedoch habe das Experiment bislang keine Erfolge gezeigt, bilanzierte Microsoft-Chef Steve Ballmer Ende Oktober. Auf lange Sicht sehe er jedoch die Wachstumschancen auf dem thailändischen Markt optimistisch.

Neben der harten Konkurrenz durch Linux dürfte Microsoft noch ein weiterer Umstand zu schaffen machen: Obwohl die thailändische Polizei in jüngster Zeit verstärkt gegen Händler vorgeht, die illegale Kopien von Musik-CDs, DVDs und PC-Programmen vertreiben, sind beispielsweise kopierte Windows- und Office-CDs dort weiterhin für umgerechnet zwei bis drei Euro sehr leicht erhältlich.

Laut Marktforscher Gartner wurden im zweiten Quartal 2003 nur 40 Prozent der im thailändischen Handel erhältlichen PCs mit vorinstalliertem Windows ausgeliefert, mit fallender Tendenz. Nach Schätzungen werden 70 Prozent der PC-Neulinge auch zukünftig bei Linux bleiben. Grund dafür sei nicht allein der Preis, sondern vor allem die sehr aktiven Linux-Communities, welche technischen Support in der Landessprache leisteten. (pen)

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