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Thailändische Regierung sperrt Online-Glücksspielseiten

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Nach dem Selbstmord eines zwölfjährigen Schülers ließ die thailändische Regierung 72 Webseiten sperren, die Online- und Glücksspiele anbieten. Der Junge hatte sich von einem Balkon im sechsten Geschoss seiner Schule gestürzt, nachdem sein Vater ihm verboten hatte, weiter an Online-Spielen teilzunehmen.

Das Informations- und Kommunikationsministerium des Landes hatte am 19. Mai vor Gericht beantragt, verschiedene Webseiten zu sperren, die Minderjährige zu Online-Wetten verführen oder sie von Online-Spielen abhängig machen. Dies ist nach einem Bericht der Bangkok Post das erste Mal, dass für solch ein Vorgehen ein Gericht angerufen wurde. Einige der Online-Angebote setzen angeblich mehr als zwei Millionen Euro pro Nacht um.

Die Sperren werden über die Internet Service Provider des Landes realisiert. Sofern diese weiterhin einen Zugang zu solchen Diensten erlauben oder selbst solche Angebote ins Netz stellen, drohe den Betreibern nicht nur eine Gefängnisstrafe – auch ein Entzug der in Thailand notwendigen Konzession soll als Strafe möglich sein.

Nach Angaben eines Sprechers des Gesundheitsministeriums steige die Suizidrate in Thailand: Die meisten Selbstmörder seien zwischen 30 und 40 Jahre alt, gefolgt von der Gruppe der 12- bis 13-Jährigen.

Japan hatte bereits vor einem Jahr ein Gesetz zum Jugendschutz im Internet eingeführt, das bestimmte Webseiten vor dem Zugriff durch Minderjährige schützen soll. Eine unabhängige Institution soll beurteilen, ob Seiten kinder- und jugendgefährdende Inhalte enthalten. Japan hat weltweit eine der höchsten Selbstmordraten, Yahoo Japan versucht seit einiger Zeit, über eine Online-Beratung bei der Eingabe bestimmter Suchwörter Surfer auf Hilfestellungen im Netz zu leiten. Besonderes Aufsehen hatte Ende vergangenen Jahres der Selbstmord eines kalifornischen Jungen verursacht, der vor seiner laufenden Webcam einen tödlichen Medikamenten-Cocktail einnahm. (ll)