Thailand blockiert YouTube wegen Majestätsbeleidigung

Wenn es um den König geht, versteht die Regierung Thailands keinen Spaß und sperrt ihren Bürgern den Zugang zu YouTube. Dort war offenbar ein Video aufgetaucht, das den Regenten veralberte.

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Von
  • Volker Briegleb

Die thailändische Regierung hat am Mittwoch das populäre Video-Portal YouTube in dem asiatischen Land blockiert, weil darauf ein Video zu sehen war, in dem der König veralbert wurde. Wer die Webadresse aus Thailand ansteuern wollte, wurde automatisch auf die Seite des Informationsministeriums umgeleitet. Thailand hat strenge Gesetze gegen Majestätsbeleidigung.

Ende März war ein Schweizer zu zehn Jahren Haft verurteilt worden, weil er öffentliche Porträts von König Bhumibol Adulyadej mit Farbe besprüht hatte. Der König (79) wird in Thailand tief verehrt. Die Regierung habe das Recht, jede Webseite zu sperren, auf der gegen Gesetze verstoßen oder die nationale Sicherheit gefährdet werde, teilte Informationsminister Sitthichai Pookaiyaudom laut dpa mit. In Thailand hatte das Militär im September die demokratisch gewählte Regierung gestürzt. Die später eingesetzte zivile Übergangsregierung hat Neuwahlen im Dezember versprochen.

Internet-Zensur wie diese ist kein Einzelfall. Auch in der Türkei hatte der größte Zugangsprovider des Landes den Zugang zu dem Videoportal für einen Tag gekappt, nachdem ein Gericht die Sperre wegen der Verbreitung von Videos verfügt hatte, in denen der Gründer der modernen Türkei, Mustafa Kemal Atatürk, angeblich verunglimpft worden war. In der Türkei gibt es ein Gesetz gegen die Verunglimpfung des Türkentums und seiner Repräsentanten, mit dem auch schon Künstler, Schriftsteller und Journalisten in Konflikt geraten sind. (vbr)