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The Crew 2 angespielt: Mit Vollgas durch die USA

Im Rennspiel The Crew 2 wird hemmungslos das Gaspedal gedrückt: Zu Land, zu Wasser und in der Luft geht es auf die Jagd nach Ruhm und Geld.

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The Crew 2 angespielt: Mit Vollgas durch die USA

(Bild: Ubisoft)

In The Crew 2 zählt das Spektakel. Die langweilige Gangster-Story aus dem ersten Teil ist Vergangenheit. Stattdessen schließen wir uns Extremsportlern an, die sich in der ganzen USA heiße Rennen liefern. Im Musclecar, einem Rennboot oder im Flugzeug pfeifen die Teilnehmer auf die Verkehrsregeln und zeigen waghalsige Stunts und riskante Überholmanöver.

Die Entwickler von Ubisoft haben fast die gesamten USA zum Rennplatz umfunktioniert. Einmal mit Vollgas über den Broadway, für einen Schnappschuss hoch auf die Pyramide in Las Vegas oder mit dem Jet-Boot durch die Sümpfe der Everglades – Abwechslung wird großgeschrieben, Realismus weniger: Unser Mustang GT poltert durch die Straßen und mäht Ampeln wie Grashalme nieder. Zumindest springen die Passanten rechtzeitig aus dem Weg.

Das Spielprinzip ist simpel: Gas geben, gewinnen, Fuhrpark aufmotzen. Street Racing, Offroad, Freestyle und Pro Racing heißen die Missionstypen, jeweils mit anderen Fahrzeugen – niemand kann den Machern vorwerfen, dass sie nicht für ordentliche Beschäftigung sorgen würden. Neben normalen Rennen gegen Computergegner gibt es Geschicklichkeitsprüfungen mit Flugzeug oder Monstertruck, Drift-Herausforderungen mit quietschenden Reifen oder Dragster-Rennen, in denen wir in kürzester Zeit Hochgeschwindigkeiten erreichen müssen. Mit anderen Worten: Nichts, was man nicht schon aus anderen Rennspielen kennt. Da man aber auf allerlei Bekanntes trifft, steuert man die Fahrzeuge unkompliziert und sicher.

The Crew 2 (5 Bilder)

Gas geben und losbrettern. In The Crew 2 sammelt der Spieler fleißig Kohle und Fans, um zum Superstar zu werden (Bild: heise online)

Es wirkt alles ein paar Nummern größer als bei der Konkurrenz von Need for Speed oder Forza Horizon. Ubisoft wäre nicht Ubisoft, wenn die Missionskarte nicht zu einem unübersichtlichen Wust an diversen Rennherausforderungen verkommen würde. Mit Filtern kann man beispielsweise nach Autos oder Missionstypen auswählen. Wer will, kann auch einfach durch die Gegend düsen und sich die Missionen nebenbei aussuchen. Nach jeder erfolgreichen Mission regnet es Geld und Fans. Letztere sind wichtig, denn nur so kann man vom Anfänger bis zum Kult-Star aufsteigen. Danach passiert aber nicht mehr viel. Stattdessen können wir diesen Kult-Rang auf – kein Witz - mehrere tausend Stufen steigern.

Sinnvoller ist da schon der Ausbau des Fuhrparks. Über 300 klassische und aktuelle Modelle bekannter Hersteller können gekauft werden. Ein perfektes Fahrzeug für alle Rennen gibt es nicht, denn jeder Missionstyp setzt bestimmte Fahreigenschaften voraus. Mit Ersatzteilen werden die Fahrzeuge getunt, Profis können die Einstellungen auch manuell vornehmen. Schade, dass man erst den Kult-Rang erreichen muss, bis die Rennen schwieriger werden. Bis dahin ist der Spielverlauf eher ein Tutorial als ein herausforderndes Rennspiel.

Ähnlich wie der Vorgänger hat The Crew 2 einen leichten MMO-Charakter und verlangt eine permanente Onlineanbindung. Die Spieler können die titelgebenden Crews bilden und profitieren von den Erfolgen der Mitglieder. PvP-Duelle fehlen völlig. Sie sollen erst Ende des Jahres nachgeliefert werden.

Lust auf hemmungslose Raserei? Dann ist The Crew 2 von Ubisoft genau das Richtige. Die Entwickler haben eine riesige Spielwelt geschaffen, in der ständig etwas zu tun ist und es nie zum Leerlauf kommt. Leider dauert es lange, bis aus diesem Open-World-Spielplatz eine Herausforderung wird. Dann könnte für viele Spieler schon die Lust an den Rennen vergangen sein. Es ist unverständlich, warum der PvP-Modus erst in ein paar Monaten nachgeliefert wird. Ähnlich wie bei Rainbow Siege oder For Honor muss Ubisoft das Spiel regelmäßig mit nützlichen Inhalten versorgen. Sonst geht dem ambitionierten Open-World-Spektakel schnell der Sprit aus.

The Crew 2 ist am 29. Juni für Windows, PS4 und Xbox One erschienen und kostet ca. 60 Euro. USK ab 12. Für unser Angespielt haben wir ein paar Stunden auf der PS4 gespielt. (dahe)