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The Liking Dead: Bald mehr Tote als Lebende auf Facebook?

Wer stirbt, bleibt bei Facebook quasi am Leben. Deshalb könnte es im Zukunft mehr Tote als Lebende im sozialen Netzwerk geben. Aber was passiert mit den Daten?

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Noch bestimmen die Lebenden, was in sozialen Netzwerken passiert. Doch der Tod ist unaufhaltsam und niemand kann ihm entkommen. "Are the dead taking over Facebook?", fragte deshalb eine Studie besorgt und fand die Antwort: Vielleicht schon in 50 Jahren könnte es mehr Facebook-Profile von Verstorbenen geben als von Lebenden. (Wenn in der Hölle kein Platz mehr ist, werden die Toten durch Facebook wandern.)

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Das Internet ist voll von heißen IT-News und abgestandenem Pr0n. Dazwischen finden sich auch immer wieder Perlen, die zu schade sind für /dev/null.

"Wir sind zu dem Schluss gekommen, dass allein in den nächsten Jahrzehnten Hunderte von Millionen von toten Profilen bei Facebook existieren werden", schreiben Forscher des Oxford Internet Institute in ihrer Zusammenfassung. Zum Ende des Jahrhunderts werden die Toten den Lebenden zahlenmäßig überlegen seit – es droht mindestens ein "Zombiebook", meint Deutschlandfunk Nova.

Wann genau das passiert und wie schnell Facebook verwest, hängt von seinem künftigen Erfolg ab: Das Netzwerk muss weiterhin junge Nutzer überzeugen, sich anzumelden und vor allem dabei zu bleiben. Nicht so einfach, schon seit längerer Zeit zieht es die Jugend eher zu Instagram, TikTok, Snapchat und anderen nicen Apps. Dort ist alles ein bisschen bunter, schneller und witziger als bei Facebook, wo eben auch die Großeltern seltsame Videos teilen.

Gedanken machen sich die Forscher vor allem um die Daten der Verstorbenen. Wer kümmert sich um diese? Was passiert mit ihnen? Wer bekommt Zugang? "Wir fordern ein skalierbares, nachhaltiges und würdiges Kurationsmodell, das die Interessen mehrerer Gruppen berücksichtigt." Derzeit ist problematisch, dass kommerzielle Unternehmen wie Facebook die Datenverwaltung dominieren und den Datenzugang für nachkommende Generationen bestimmen und erschweren.

Das ist von Bedeutung, da Facebook auch ein großes Kulturarchiv ist, prallgefüllt wie kaum ein anderes. Einzelne Unternehmen sollten deshalb nicht allein bestimmen können, was mit den Daten passiert, fordern die Forscher, die sich nun auf kommende Debatten freuen. Übrigens hat sich vor einigen Jahren auch schon Randall Munroe von xkcd mit dem Thema auseinandergesetzt. In der Reihe What If? erklärte er Facebook of the Dead. (dbe)