Thirty Meter Telescope: Japan setzt Geldzahlungen aus

Seit über sieben Monaten wird der Bau des Riesenteleskops auf Hawaii verhindert. Ein Ende der Blockade ist nicht in Sicht und wie es weiter geht, ist unklar.

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(Bild: TMT International Observatory)

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Japan hat seinen jährlichen Beitrag zur Errichtung des Thirty Meter Telescopes (TMT) auf Hawaii gestrichen, nachdem für die seit mehr als sieben Monate andauernde Blockade des Baus kein Ende in Sicht ist. Das teilte das Land vergangene Woche mit, versicherte aber gleichzeitig, weiter an dem Vulkan Mauna Kea auf Hawaii als Standort festzuhalten, berichtet West Hawaii Today. Die Betreiber des geplanten Teleskops ergänzten demnach, dass sie gegenwärtig nicht darauf vorbereitet seien, in absehbarer Zeit mit dem Bau fortfahren zu können.

Dank eines Bau-Moratoriums werden die Zugangswege zu dem planmäßigen Standort seit Ende Dezember nicht mehr aktiv blockiert. Die dafür zugrunde liegende Vereinbarung galt zwar nur für zwei Monate und lief Ende Februar aus, aber noch hat sich nichts an dieser Art Waffenstillstand geändert. Zuletzt hatten Gegner des Baus öffentlich an Japan appelliert, die finanzielle Unterstützung zu kappen. Neben Kanada ist das Land der aufgehenden Sonne das einzige, aus dem öffentliche Gelder in den Bau des Riesenteleskops fließen sollen, schreibt die Zeitung noch.

Eigentlich soll das dann größte optische Teleskop auf der Nordhalbkugel mit den namensgebenden 30 Metern Spiegeldurchmesser seit Oktober 2014 auf dem höchsten Berg Hawaiis errichtet werden. Proteste hatten das aber verhindert und ein jahrelanger Rechtsstreit endete erst mit einem Urteil des obersten Gerichtshofs des US-Bundesstaats zugunsten des Teleskops. Danach sollten die Bauarbeiten Mitte Juli 2019 beginnen, wurden aber von neuen Protesten und einer Blockade der Zufahrtsstraße einmal mehr verhindert.

Vertreter der polynesischen Ureinwohner Hawaiis wenden sich gegen das geplante Riesenteleskop, weil der Mauna Kea in der Mythologie der Ureinwohner heilig sei. Unterstützung bekommen sie von Umweltschützern. Beiden Seiten wurde schließlich eine Frist bis zum September 2021 gegeben, um den Konflikt zu klären, damit die Bauarbeiten aufgenommen werden können. Davon wollen die Demonstrierenden aber nichts wissen und geben sich kompromisslos. Sie verweisen darauf, dass mit der Kanareninsel La Palma ein alternativer Standort bereit stehe.

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(mho)