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Thirty Meter Telescope: Proteste verhindern neuen Baubeginn des Riesenteleskops

Eigentlich sollen die Bauarbeiten am Thirty Meter Telescope auf Hawaii nun beginnen. Doch trotz ihrer juristischen Niederlagen lassen die Gegner nicht locker.

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Auf dem Mauna Kea gibt es bereits Observatorien, das Thirty Meter Telescope wäre aber deutlich größer.

(Bild: Navin75, Mauna Kea Observatory at sunset, CC BY-SA 2.0 )

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Der nach langem juristischen Hin und Her für diese Woche angesetzte neue Beginn der Bauarbeiten für das Thirty Meter Telescope auf Hawaii werden wieder durch Proteste behindert. Wie unter anderem der Honolulu Star-Advertiser berichtet, hatten sich acht Gegner des Bauvorhabens an ein Viehgitter auf der Zugangsstraße zum Mauna Kea angekettet, um Baufahrzeugen die Durchfahrt zu versperren. Hunderte weiter hätten demonstriert. Nachdem den Aktivisten zuerst mit dem Losschweißen und einer Festnahme gedroht worden sei, hätten die Sicherheitskräfte ihnen schließlich erlaubt, das Gelände zu verlassen. Aus Sicherheitsgründen sei kein Material zum Mauna Kea gebracht worden.

Eigentlich sollte im Oktober 2014 mit der Errichtung des Riesenteleskops auf dem höchsten Berg Hawaiis begonnen werden. Proteste hatten das aber verhindert und ein Jahr später hatte der oberste Gerichtshof des US-Bundesstaats die Baugenehmigung für ungültig erklärt. Das folgende juristische Tauziehen fand erst im Oktober des vergangenen Jahres sein Ende, als der oberste Gerichtshof schließlich urteilte, dass das Thirty Meter Telescope auf dem Mauna Kea errichtet werden darf. Zwischenzeitlich schien sogar ein Umzug des Teleskops auf die Kanaren möglich. Vergangene Woche hatte dann der Gouverneur bekanntgegeben, dass die Bauarbeiten an dem Observatorium in dieser Woche beginnen sollten.

Einige Vertreter der polynesischen Ureinwohner Hawaiis wenden sich gegen das geplante Riesenteleskop, weil der Mauna Kea in der Mythologie der Ureinwohner heilig sei. Das geplante Teleskop stellt für sie einen zu großen Eingriff dar, der weit über die der bereits bestehenden astronomischen Anlagen hinausgehe. Sie hatten in Umweltschützern Verbündete gefunden, denn diese sorgen sich um seltene Spezies auf dem für den Bau vorgesehenen Areal. Am Montag gab es nun nicht nur Proteste an der Zufahrtsstraße zum Mauna Kea, sondern auch in Hawaiis Hauptstadt Honolulu. Gleichzeitig warben aber auch Befürworter des Projekts mit Plakaten für den Bau.

Das geplante Thirty Meter Telescope (8 Bilder)

So soll das Thirty Meter Telescope letztlich aussehen.
(Bild: Courtesy TMT Observatory Corporation)

Für den heutigen Dienstag haben die Gegner weitere Proteste am Zugang zu dem Areal angekündigt, einige wollten bis dahin dort auch übernachten. Die Demonstrationen am Montag haben sie als Erfolg für sich deklariert. (mho)