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Thirty Meter Telescope: Richterin empfiehlt neue Baugenehmigung

Im langwierigen Rechtsstreit über das geplante Riesenteleskop auf Hawaii haben die Befürworter einen Schub erhalten. Die mit der Prüfung einer neuen Baugenehmigung beauftragte Richterin hat sich dafür ausgesprochen. Noch gibt es aber einige Hindernisse.

Thirty Meter Telescope: Richterin empfiehlt neue Baugenehmigung

So soll das Thirty Meter Telescope auf Hawaii einmal aussehen.

(Bild: TMT)

Die Befürworter der Konstruktion eines riesigen Teleskops auf dem hawaiianischen Vulkan Mauna Kea haben einen Etappensieg erreicht. Die mit der Prüfung des Streits beauftragte Richterin Riki May Amano hat sich dafür ausgesprochen, die Baugenehmigung für das Thirty Meter Telescope wieder zu erteilen, berichtet unter anderem Hawaii News Now. Die an Bedingungen geknüpfte Empfehlung geht nun an den zuständigen Ausschuss in der Umweltbehörde des US-Bundesstaats. Dort können Gegner und Befürworter noch einmal Argumente austauschen, bevor eine finale Entscheidung gefällt wird. Die wird aber mit Sicherheit angefochten und dürfte letztlich erneut vorm Supreme Court des Staates landen.

Die neue Baugenehmigung war nötig geworden, nachdem der oberste Gerichtshof von Hawaii die erste im Dezember 2015 für ungültig erklärt hatte. Eine Anhörung war bei der Erteilung nicht abgeschlossen. Die zuständige Behörde beantragte deswegen eine neue Genehmigung und die Richterin erteilte die nun nach der damit verbundenen Anhörung. Sie legte aber fest, dass die Mitarbeiter des Thirty Meter Telescopes in Zukunft an verpflichtenden Kursen zur Kultur und Natur des Standorts teilnehmen müssen. Außerdem hat sie festgelegt, wie mit Kultstätten umgegangen werden muss, sollten beim Bau welche entdeckt werden. Die Betreiber des Teleskops sollten außerdem eine "substanzielle Miete" und eine Million US-Dollar pro Jahr für naturwissenschaftlichen Unterricht in der Umgebung bezahlen.

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Die Gegner des Teleskops hat sie damit aber nicht befriedigt. Sie wenden sich gegen den Bau, weil der Mauna Kea in der Mythologie der polynesischen Ureinwohner Hawaiis heilig sei. Für einige ihrer Vertreter und Umweltschützer stellt der Bau deswegen einen zu großen Eingriff dar. Kealoha Pisciotta etwa gibt sich laut Hawaii News Now sehr enttäuscht: "Ich dachte, Riki May Amano würde den Fakten wenigstens einen ausführlichen Blick widmen", kritisiert er. Kahookahi Kanuha, der nicht nur gegen das Teleskop sondern auch für die Unabhängigkeit Hawaiis eintritt, findet die Entscheidung wenig überraschend, komme sie doch von einer "Fake-Richterin, die von einem Fake-Staat ernannt wurde".

Der Chef des geplanten Thirty Meter Telescopes, Ed Stone, dagegen begrüßt die Entscheidung. Er werde weiterhin respektvoll mit dem Mauna Kea umgehen. Auch Gouverneur David Ige hat Richterin Amano bereits für ihre "sorgfältige Arbeit" gedankt und zugesichert, dass die damit verknüpften Bedingungen nun geprüft würden. Unabhängig von der abschließenden Entscheidung in der Umweltbehörde, unterstütze er die Koexistenz von Astronomie und Kultur auf dem Mauna Kea. Dabei hat er sicher auch im Kopf, dass die Betreiber des Teleskops auf den kanarischen Inseln bereits einen alternativen Standort gefunden haben, sollte der Bau auf Hawaii letztlich verhindert werden. (mho)

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