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Thüringen: Tourismus künftig per Mausklick und App

Seit 100 Tagen ist sie im Amt: Wirtschaftsstaatssekretärin Valentina Kerst. Die frühere Unternehmerin soll dafür sorgen, dass Thüringens Wirtschaft bei der Digitalisierung mithält.

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Thüringen-Tourismus künftig per Mausklick und App

Die Wartburg, eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten Thüringens.

(Bild: lapping )

Thüringens Gasthöfe, Restaurants, Hotels und Tourismusanbieter sollen künftig schneller im Internet zu finden sein. "Wir arbeiten mit Hochdruck an einer Datenbank, die Informationen zu möglich allen Angeboten enthält", sagte Wirtschaftsstaatssekretärin Valentina Kerst der Deutschen Presse-Agentur in Erfurt. Die ehemalige Unternehmerin, die Ende Mai 100 Tage als Staatssekretärin im Amt ist, will, dass der Thüringen-Tourismus vom Trend zur Digitalisierung profitiert. "Wir können im Internet viel sichtbarer werden." Bisher sei nur ein Teil der Angebote per Mausklick verfügbar.

Nach den Plänen von Kerst könnten Informationen aus der Tourismusanbieter-Datenbank auch für zusätzliche Services und Apps genutzt werden. "Warum sollten nicht künftig E-Bikes im Thüringer Wald per App gebucht und vor dem Losfahren online aufgeschlossen werden können?", fragte sie. "Wir verfahren bei dem Projekt nach dem Prinzip Open Data – die Informationen sollen für alle, beispielsweise zum Programmieren von Apps, offen sein."

Zu den Zielen der neuen Thüringer Tourismusstrategie gehört, Ordnung im Datendschungel zu schaffen. Statt sich durch viele kleine Einzelauftritte im Netz zu klicken, sollen Touristen die Möglichkeit erhalten, sich auf einer gemeinsamen Datenbank mit übersichtlicher Struktur zu informieren.

Bei der Informationsbeschaffung sei das Ministerium auf die Zusammenarbeit mit den regionalen Tourismusorganisationen angewiesen, so die Staatssekretärin. Es gebe auch Überlegungen, an die Datenbank eine Reservierungs- und Buchungsplattform anzudocken. Kerst erwartet, dass im ersten Quartal 2019 eine erste Variante der Datenbank vorliegt. "Wir hoffen, dass alle mitziehen."

Bei der Digitalisierung sieht die 39-Jährige, die aus Köln stammt, Licht und Schatten in Thüringen. Es gebe Beispiele, wo ein Hersteller von Präzisionstechnik seine Produktion bereits per App steuere, aber auch Fälle von Zurückhaltung oder Verunsicherung. "Viele Unternehmen beschäftigen sich mit der Digitalisierung. Aber bei der Umsetzung ist noch Luft nach oben", sagte Kerst.

Als Projekt hat sie sich die Organisation eines "Internet-Wochenende" vorgenommen, bei dem an praktischen Beispielen gezeigt werde, was Digitalisierung für den Alltag der Menschen bedeute. "Ich würde mich freuen, wenn das noch in diesem Jahr etwas wird."

Im aktuellen Landeshaushalt sind für den Breitbandausbau und Digitalisierung in Wirtschaft und Forschung rund 70 Millionen Euro vorgesehen. Über ein Förderprogramm kann das Geld von Firmen zur Unterstützung ihrer Projekte beantragt werden.

Kerst, die sich als Beraterin und Unternehmerin im Bereich Digitalisierung einen Namen gemacht hat, hatte das Amt im Wirtschaftsministerium übernommen, weil sie die bundesweit einmalige Kombination von Wirtschaftspolitik, Tourismus und Digitalisierung gereizt habe. "Jetzt sind die meisten Antrittsbesuche vorbei", sage sie. (dpa) / (bme)

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