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Thunderbird 68: E-Mail-Client bekommt großes Update

Der beliebte Mail-Client Thunderbird springt von Version 60 auf 68. Das Update enthält viele Neuerungen und Verbesserungen – deaktiviert allerdings alte Addons.

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Der neue Thunderbird ist da und springt von Version 60.8 auf Version 68. Das Major-Update für das Mail-Programm enthält zahlreiche Neuerungen, Verbesserungen und Fehlerkorrekturen. Hier und da haben die Entwickler das Design der Bedienoberfläche leicht verändert, mit Version 60 hatte Thunderbird ein neues Photon-Design spendiert bekommen. Das Dark-Theme färbt nun auch die Nachrichten-Liste düster ein. Die Einstellungen sind nicht mehr in einem eigenen Fenster untergebracht, sondern in einem Tab zu finden.

Eine kleine, aber praktische Änderung betrifft Mail-Anhänge, die bei Filelink gespeichert sind. Nutzer können die Anhänge abermals mit einer Mail verknüpfen – bislang war ein erneuter Upload nötig. Die zuletzt verwendeten Anhänge sind jetzt in einer Auswahl aufgelistet. Filelink ist für besonders große Dateianhänge gedacht, ergänzend unterstützt das Programm auch Dropbox oder Box.com. In Thunderbird lassen sich mehrere Sprachpakete installieren und in den Optionen auswählen. In Chats können individuelle Sprachen bei der Rechtschreibprüfung bestimmt werden.

Schnelle Hilfe bei akuter Mail-Flut: Mit einem Klicks werden alle Ordner als gelesen markiert.

Ebenfalls praktisch: Mit einem Klick können Nutzer ab sofort einen kompletten Mail-Account zeitsparend als "gelesen" markieren. Zu finden ist die neue Option im Kontextmenü. Eine neue Policy-Engine erleichtert zudem Admins die Arbeit, weil sie individuell konfigurierte Thunderbird-Fassungen etwa in Firmen verteilen können. Die Richtlinien-Engine liest plattformübergreifend JSON-Dateien aus und unterstützt außerdem die Windows-Gruppenrichtlinien.

Wer ältere Erweiterungen (darunter beispielsweise auch Wörterbücher) in Thunderbird verwendet, könnte Probleme bekommen: Version 68 deaktiviert automatisch alte Fassungen. "Addons werden nur noch unterstützt, wenn deren Entwickler sie angepasst haben", erklären die Release Notes. Zudem akzeptiert Thunderbird nur noch Wörterbücher als WebExtension, gleiches gilt für Themes.

Thunderbird schützt Nutzer-Profile vor einem versehentlichen Downgrade. Öffnet der Nutzer eine alte Version des Mail-Clients, erscheint eine Warnmeldung. Das Profil öffnet Thunderbird nicht, was sich auf Wunsch mit dem Parameter --allow-downgrade umgehen lässt. Yandex-Nutzer können nun OAuth2 zur Authentifizierung verwenden. Lightning kommt besser mit Zeitzonen klar, das Kalender-Addon wird automatisch aktualisiert und mit der aktuellen Versionsnummer von Thunderbird angeglichen. Bei Problemen verweist Mozilla auf eine Hilfeseite. Als weitere Neuerung unterstützt Thunderbird nun TCP Keepalive bei IMAP. Der E-Mail-Client führt Filter außerdem in regelmäßigen Abständen aus.

Thunderbird 68 wird momentan noch nicht über die automatische Update-Funktion verteilt. Nutzer müssen die neue Version also auf thunderbird.net selbst herunterladen. Fürs Update ist mindestens Thunderbird 60 nötig, erklären die Release Notes. Die spätere Version 68.1 soll auch eine Aktualisierung von älteren Versionen ermöglichen.

Thunderbird 68 steht ab sofort kostenlos für Windows, macOS und Linux zum Download bereit; für Windows gibt es erstmals einen 64-Bit-Installer. Für Unternehmen stehen zudem MSI-Images bereit. (dbe)