Thunderbird wird in neu gegründete Mozilla-Tochtergesellschaft ausgelagert

Die Thunderbird-Entwickler haben eine Auslagerung des Projekts in die "MZLA Technologies Corporation" angekündigt. Der Schritt war bereits länger geplant.

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(Bild: Shutterstock / Rawpixel.com )

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Die Weiterentwicklung des beliebten E-Mail-Clients Thunderbird wird künftig unter dem Dach der neu gegründeten MZLA Technologies Corporation stattfinden. Dabei handelt es sich um eine 100-prozentige Tochtergesellschaft der Mozilla Foundation.

In einem Beitrag im Mozilla-Blog betont der am Thunderbird-Projekt beteiligte Entwickler Philipp Kewisch, dass der Wechsel zu MZLA keine Auswirkungen auf Thunderbird hätte: Der E-Mail-Client bleibe weiterhin ein freies und quelloffenes Projekt und auch an den Entwicklungsaktivitäten, etwa hinsichtlich des Release-Zeitplans oder der involvierten Personen, ändere sich nichts.

Laut Blogeintrag verspricht sich das Thunderbird-Projekt vom Wechsel zur Tochtergesellschaft neben "mehr Flexibilität und Agilität" auch die Möglichkeit, die Entwicklung neuer Produkte und Services ins Auge zu fassen. Die Kosten hierfür könnten durch Partnerschaften und nicht gemeinnützige Spendeneinnahmen gedeckt werden, die unter dem Dach der Mozilla-Stiftung nicht möglich beziehungsweise nicht zulässig gewesen wären. Auch sei es im Kontext der neu gegründeten Corporation einfacher möglich, neue Mitarbeiter einzustellen.

Weitere Information zur Zukunft des Thunderbird-Projekts sollen laut Blogeintrag in den kommenden Monaten bekanntgegeben werden.

Den Wechsel hatten die Entwickler nach eigenen Angaben bereits seit längerem geplant. Als Gründe führt der Blogeintrag gestiegene Spendeneinnahmen an; auch wurden in den vergangenen Jahren immer wieder neue Stellen ausgeschrieben.

Insgesamt hat Thunderbird hat eine bewegte Geschichte hinter sich: Im Dezember 2015 dachte Mozilla-Chefin Mitchell Baker öffentlich über eine Trennung von Thunderbird und Firefox nach. Sie empfahl, den E-Mail-Client auszugliedern – damals mit der Begründung, den Fokus auf Firefox legen zu wollen. Im Mai 2017 beschloss die Mozilla-Stiftung dann aber doch, künftig das "rechtliche und fiskalische Zuhause" für das Thunderbird-Projekt zu sein. (ovw)