Menü

Tiangong 1: Chinesische Raumstation wird am Osterwochenende abstürzen

Am 31. März oder am 1. April dürfte es so weit sein: Die chinesische Raumstation Tiangong 1 wird auf die Erde stürzen und dabei größtenteils verglühen. Einige Trümmer dürften dabei die Oberfläche erreichen. Die Gefahr für Menschen ist aber gering.

von
vorlesen Drucken Kommentare lesen 114 Beiträge
Tiangong 1: Chinesische Raumstation wird am Osterwochenende abstürzen

Radaraufnahme der abstürzenden Raumstation

(Bild: Fraunhofer-Institut für Hochfrequenzphysik und Radartechnik)

Die außer Kontrolle geratene chinesische Raumstation Tiangong 1 wird wohl zwischen dem 31. März und dem 2. April abstürzen und dabei nicht vollständig in der Erdatmosphäre verglühen. Das geht aus den neuesten Prognosen der ESA hervor. Eine genaue Zeitangabe und ein präziser Absturzort wird nicht zu ermitteln sein, erläutert die Europäische Weltraumagentur. Herunterkommen kann die Raumstation überall zwischen dem 43. nördlichen und dem 43. südlichen Breitengrad – ein Gürtel, der unter anderem Afrika, Indien und große Teile Chinas umfasst – ein Absturz über Deutschland, Österreich oder der Schweiz ist aber ausgeschlossen. Wenige Tage vor ihrem Ende hat nun das Fraunhofer-Institut für Hochfrequenzphysik und Radartechnik eine aktuelle Radaraufnahme der Station veröffentlicht.

Quelle: Fraunhofer-Institut für Hochfrequenzphysik und Radartechnik

Tiangong war am 29. September 2011 gestartet worden und danach Teil mehrerer Missionen. Am 16. März 2016 verlor die chinesische Weltraumbehörde aber wohl die Kontrolle über die Station und ohne die nötigen Korrekturschübe sinkt sie mit größer werdender Geschwindigkeit hinab zur Erdoberfläche. China veröffentlicht regelmäßig den beobachteten Status der Raumstation und den jüngsten Zahlen zufolge kreist die Station derzeit in einer mittleren Höhe von noch 207 Kilometern. Sobald sie in die dichter werdende Atmosphäre eintritt, wird sie rasch abgebremst und auf die Erde stürzen. Wann genau das sein wird und wo eventuelle Trümmerteile landen, wird sich aber erst kurz vorher abzeichnen, denn schon kleine Turbulenzen könnten hier den betroffenen Ozean beziehungsweise Kontinent ändern.

Absturz von Tiangong 1 (8 Bilder)

Das berechnete Zeitfenster für den Absturz schließt sich.
(Bild: ESA)

Ursprünglich hatte China wohl vor, die Station kontrolliert über einem Ozean zum Absturz zu bringen – genau wie es Roskosmos 2001 mit der Raumstation Mir vorgemacht hatte. Durch den unkontrollierten Absturz besteht nun aber zumindest eine geringe Wahrscheinlichkeit, dass es Auswirkungen auf den Flugverkehr oder Schäden am Boden geben könnte. Die Gefahr, dass Menschen zu Schaden kommen, ist aber laut ESA nur sehr gering. In der Geschichte der Raumfahrt gibt es laut der ESA keinen bestätigten Fall, in dem ein Mensch durch herabstürzenden Weltraumschrott getötet wurde. Weil die mögliche Absturzregion viel Wasser und Wüsten umfasst, sei es fraglich, ob sich nach dem Absturz überhaupt Teile der Raumstation finden werden.

(mho)

Zur Startseite
Anzeige