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Tim Berners-Lee: “Wir brauchen einen neuen Vertrag für das Internet”

Der Web-Erfinder appellierte beim Web- und Startup-Kongress für ein offeneres, faireres und sichereres Netz für alle.

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Tim Berners-Lee: “Wir brauchen einen neuen Vertrag für das Internet”

Paddy Cosgrave eröffnet den 10. WebSummit in Lissabon.

(Bild: heise online)

Web-Erfinder Tim Berners Lee hat zum Auftakt des Web Summit in Lissabon dazu aufgerufen, die “vielen Probleme” des Webs anzugehen. Das freie Internet werde bedroht durch Missbrauch, Desinformation und Kontrollverlust. Das Web brauche also einen Neustart. An die Besucher, die an der Gestaltung des Web mitwirken, appellierte Berners-Lee, die Benutzer wieder mehr in den Fokus zu rücken.

Gemeinsam soll die Gemeinschaft die Probleme der einen Hälfte der Menschheit lösen helfen, etwa Fake News und Datenmissbrauch, und der anderen Hälfte helfen, ins Netz zu kommen. Die Web Foundation, der Berners-Lee vorsteht, ruft die vielen Delegierten und Unternehmer auf dem Web Summit auf, dem neuen Kontrakt für ein besseres Netz unter dem Hashtag #ForTheWeb beizutreten.

Tim Berners-Lee im Gespräch mit Laurie Segall (CNN).

(Bild: heise online)

Wie ein solches besseres Netz aussehen kann, hatte Berners-Lee bereits vor einem Monat vorgestellt. Die von ihm mitgegründete Firma Inrupt hat die Plattform Solid gegründet, die jedermann vollständige Kontrolle über seine Daten geben soll.

Zuvor hatte WebSummit-Gründer Paddy Cosgrave den 10. WebSummit vor fast 20.000 Teilnehmern in der rappelvollen Altice Arena eröffnet. Die Start-up- und Technik-Konferenz kann wieder mit Rekordzahlen aufwarten. Knapp 70.000 Teilnehmer melden die Veranstalter. Auf der Konferenz mit mehr als zwei Dutzend Teilkonferenzen werden in der nächsten Woche mehr als 1200 Vorträge gehalten werden. Über 1800 Start-ups präsentieren ihre Ideen über 1500 Technik-Investoren.

Im Vorfeld hatten die Veranstalter bereits bekannt gegeben, für die nächsten zehn Jahre in Lissabon zu bleiben. Der stark gewachsene Web Summit war vorher auf die Suche nach einem neuen Standort gegangen. Letztlich konnte die Stadt Lissabon und Portugal die Veranstaltung halten. Dafür erhalten die Veranstalter 11 Millionen Euro pro Jahr. Außerdem sollen die Kapazitäten der zentralen Veranstaltungshalle Altice Arena (derzeit 20.000 Besucher) sowie des Messegeländes binnen drei Jahren verdoppelt werden. (Jo Bager, Volker Briegleb) / (vbr)

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